Erstellt am 11. Februar 2016, 05:23

von Sonja Pohl

Unterrichtsfach Geld. Erste „Geldlehrerin“ Österreichs bringt Jugendlichen an der Polytechnischen Schule den Umgang mit Finanzen näher.

Schuldirektor Robert Wille, Doris Hummelbrunner, Andrea Festl und Pflichtschulinspektorin Sabine Karl-Moldan.  |  NOEN, Foto: Sonja Pohl

Jugendliche möglichst praxisnah an das Leben heranführen sei Ziel der Polytechnischen Schule in Baden, sagt Direktor Robert Wille. Seit kurzem bietet er daher eine ganz besondere „Lebensbildung“ an: „Mit Doris Hummelbrunner haben wir Österreichs erste Geldlehrerin gewinnen können, die unsere Schüler in 22 Wochenstunden finanzfit machen wird.“

Schließlich werde Schulden zu machen bzw. zu haben nur allzu oft als normal angesehen. „Dabei lauern die ersten Fallen schon bei der ersten Handyrechnung, Banken gewähren Jugendlichen bereits erste Kredite und auch Firmen bieten Ratenzahlungen an. Dass Zinsen dabei zum Hinkelstein werden können, bleibt im Kleingedruckten oft unbeachtet“, führt Hummelbrunner als gelernte Finanzexpertin und in Deutschland ausgebildete Geldlehrerin an die Themen Zinsen, Leasing & Co heran.

Botschaft an Jugend: "Kluges Haushalten"

„Schließlich können sich Schulden, die im jugendlichen Alter gemacht werden, als zähe Begleiter erweisen, wenn es darum geht, auf eigenen Beinen zu stehen“, ist auch Andrea Ferstl überzeugt, die sich für den diesbezüglichen Geldlehrerunterricht an der Schule stark macht.

Hummelbrunner wird als zweite Lehrerin in der Klasse stehen – dieses Begleitsystem wurde bereits in zahlreichen weiteren Unterrichtsfächern erprobt und hat sich als sehr zielführend erwiesen. Ein weiteres Plus liegt für die Schule darin, dass das Angebot – Dank eines Trägervereins – völlig kostenlos ist. „Als Finanzexpertin ist es mir wichtig, der nächsten Generationen etwas davon weiterzugeben, was für mich selbstverständlich ist. Nämlich: Klug zu Haushalten“, erklärt Hummelbrunner ihr Engagement.