Baden

Erstellt am 19. Juli 2016, 05:34

von Stefan Jedlicka

Wieder Soldaten in Martinek-Kaserne?. Neuer Anlauf: Nach Stopp für Kasernen-Verkäufe wollen SPÖ und Bürgerliste wieder eine militärische Nutzung in Baden.

Das mehr als 40.000 Quadratmeter große Areal der Martinek Kaserne in Baden. 33 Millionen Euro hofft die mit dem Verkauf beauftragte SIVBEG für das Verteidigungsministerium erlösen zu können.  |  NOEN, SIVBEG

Ende 2013 haben die letzten Soldaten die Badener Martinek-Kaserne verlassen. Seither steht das rund 40.000 Quadratmeter große Areal leer und ist dem langsamen Verfall preisgegeben. Ein Käufer konnte bislang nicht gefunden werden.

Die Ankündigung von Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil (SPÖ), einige geschlossene Kasernen aufgrund gestiegener Sicherheitsanforderungen eventuell wieder öffnen zu wollen, nehmen SPÖ Baden und Bürgerliste „wir badener“ nun zum Anlass, für eine erneute militärische Nutzung der Martinek-Kaserne zu kämpfen.

SPÖ-Vertreter zu Gast bei Minister Doskozil

Schon in der März-Gemeinderatssitzung hatten die Sozialdemokraten gemeinsam mit der Bürgerliste eine entsprechende Resolution eingebracht, die jedoch von ÖVP, Grünen und NEOS abgelehnt wurde. Nun trafen SP-Stadträtin Heidi Hofbauer und Klubobmann Marcus Meszaros-Bartak Verteidigungsminister Doskozil zu einem persönlichen Gespräch. Man übergab dem Minister auch ein Dossier über die „schönste Kaserne Österreichs“. „In einem langen Gespräch haben wir die Vorteile der Wiedernutzung präsentiert“, ist Hofbauer optimistisch.

„Auch wirtschaftlich ist die Wiedereröffnung der Kaserne für Baden wichtig“, glaubt Meszaros-Bartak: „Man darf nicht vergessen, dass zunächst renoviert werden muss, was einen Investitionsschub auslöst, von dem die Badener Unternehmer profitieren und durch die hohe Zahl an Soldaten erhält auch die Stadt wirtschaftlichen Aufschwung. Jetzt liegt es an uns Badenern und dem Gemeinderat, einheitlich für die Wiederöffnung einzutreten.“

Teilung des Kasernen-Areals

Die Bürgerliste fordert, eine offizielle Gemeinderatsdelegation aus Baden solle dem Verteidigungsminister einen „salomonischen Lösungsvorschlag“ unterbreiten. Dieser wäre: Die Teilung des Kasernen-Areals.

„Der vordere Bereich, also zur Vöslauer Straße hin, ist jener Teil, der immer militärisch genutzt war und sowieso denkmalgeschützt ist“, erklärt Listenchef Jowi Trenner. Der restliche Teil (rund 60 Prozent) sei für einen militärischen Standort nicht unbedingt erforderlich. „Er könnte verkauft oder anderweitig genutzt werden. Zum Beispiel für einen Elite-Schul- und Universitätscampus samt Kongress- und Forschungszentrum und Sportgelände.“

Teil-Lösungen nicht im Sinne der Stadt

Trenner erinnert an die Aussage Hofbauers als ehemalige Vorsitzende des Dienststellenausschusses der Martinek-Kaserne, die unterstrich, dass die Martinek-Kaserne aus militärischer Sicht ein wichtiger Standort für den raschen Katastropheneinsatz im Wiener Becken und Wienerwaldgebiet wäre. Und dass sich mit der Wiederinbetriebnahme auch Einsparungen bei den angemieteten Ersatzobjekten in Wien ergeben würden.

Trenner wird seinen Vorschlag in der Stadtratssitzung am Dienstag einbringen. Doch Bürgermeister Kurt Staska (ÖVP) winkt ab: „Von halben Sachen halte ich nichts. Entweder ganz oder gar nicht. Teil-Lösungen sind nicht im Sinne der Stadt.“

Er stellt aber auch klar: „Es gibt zwei Gemeinderatsbeschlüsse, wonach wir uns zur militärischen Nutzung der Kaserne bekennen. Die sind für mich aufrecht.“ Er habe Minister Doskozil auch bereits schriftlich kontaktiert. „Ich habe gefragt, inwiefern die Martinek-Kaserne von seinen Plänen betroffen ist, aber bislang leider noch keine Antwort erhalten.“

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  • Militärische Nutzung für die Kaserne?