Erstellt am 19. April 2016, 05:34

von NÖN Redaktion

Badener wegen Hass-Postings verurteilt. Facebook-Postings über Salafisten brachten Badener auf die Anklagebank. Bedingte Haft und Geldstrafe (nicht rechtskräftig).

 |  NOEN, APA (AFP)

Wegen einer Meinungsäußerung im sozialen Netzwerk Facebook fand sich ein Badener am Landesgericht Wiener Neustadt auf der Anklagebank wieder. „Ich bekenne mich schuldig“, meinte er zum Vorwurf der Staatsanwaltschaft. Er wisse jetzt, dass man „so etwas nicht posten dürfe“.

Was war passiert? Ein Bild, das auf der Seite von FPÖ-Obmann H.C. Strache gepostet worden war, zeigte eine Koran-Verteilaktion. Der Angeklagte kommentierte diese mit „Das sollte man gleich anzünden, den Stand samt Verteilern“.

„Ich habe schon schlimmere
Sachen auf Facebook gelesen"

Auf die Frage des Richters, warum er das geschrieben hatte, meinte der Angeklagte: „Ich habe mich geärgert.“ Er habe nämlich in der Zeitung gelesen, dass eine Neunjährige einen Koran ausgehändigt bekommen habe. „Was ist daran falsch? Man verteilt ja auch Flyer?“ fragte der Richter. Der Angeklagte betonte, dass man Kinder in Ruhe lassen müsse.

Generell ärgere er sich über die Anklage. „Ich habe schon schlimmere Sachen auf Facebook gelesen. Wegen sowas kommt man vor den Richter?“ Er habe nichts gegen Ausländer. „Ich arbeite im Lager in Traiskirchen als Sicherheitsbediensteter. Dort ist es komischerweise auch verboten worden. Man weiß ja, wie sich diese Leute verhalten. Mir ist das egal, an was wer glaubt“, so der Angeklagte. Er habe das nicht ernst gemeint. „Woran soll das der Leser erkennen?“, hakte der Richter nach. „Es sollte jeder so viel im Kopf haben, dass er das nicht einfach macht“, konterte der Angeklagte

Das Urteil (nicht rechtskräftig): Vier Monate bedingt und eine Geldstrafe in der Höhe von 1.500 Euro.