Berndorf

Erstellt am 20. Juli 2016, 05:51

Vom Stiefvater vier Jahre missbraucht?. Drei Missbrauchsvorwürfe, nur eine Anklage: Berndorfer soll seine Stieftochter im Alter von 5 bis 10 missbraucht haben.

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Es war nicht das erste Mal, dass der Berndorfer vor einem Schöffensenat stand: Schon einmal wurde ihm der Missbrauch seines Stiefenkels vorgeworfen. Er wurde freigesprochen, das sehr junge Mädchen war nicht in der Lage vor Gericht auszusagen.

Im selben Verfahren wurde er schuldig gesprochen, die Tante dieses Mädchens, die Stieftochter des Angeklagten von fünf bis zehn Jahren bei Fernsehabenden und beim Nacktbaden missbraucht zu haben. Die Mutter sei zu dieser Zeit arbeiten gewesen. Der Mann wurde vom Erstgericht zu drei Jahren verurteilt, von denen ihm zwei bedingt nachgesehen wurden.

Er musste diese nicht absitzen, da er einen neuen Zeugen namhaft machen konntte, der die Sache in einem anderen Licht erscheinen ließ. Der Fall der Stieftochter wurde am Landesgericht Wiener Neustadt neu aufgerollt. Der Angeklagte bekannte sich nicht schuldig.

Angeklagter sah sich nur als Ernährer

Besonders liebevoll erzählte er von seinen drei Stiefkindern nicht. Er sei nur der Ernährer gewesen. „Eine Zeit lang war ich die Vaterfigur für die zwei Kleineren. Das hat sich gebessert, als deren Vater sich wieder mehr um sie angenommen hat“, erzählte er.

Die zuständige Richterin fragte, ob es bei dem vermeintlichen Opfer Auffälligkeiten gegeben habe. „Sie war Bettnässerin. Ich habe ihr meistens gesagt, sie soll sich auf den Boden legen, damit nicht alles nass wird“, meinte der Angeklagte. Auf die Frage, ob die Ursache dafür herausgefunden wurde, sagte er barsch: „Das war nicht meine Aufgabe. Ich habe geschaut, dass es so sauber wie möglich bleibt. Die Kinder hatten keinen Respekt vor mir. Es ist nicht meine Aufgabe, die zu erziehen.“

Unter anderem soll der Angeklagte Sexspielzeug aus dem Schlafzimmer beim Missbrauch des Mädchens verwendet haben. „Das Schlafzimmer war für die Kinder tabu“, so der Berndorfer. „Sie waren klein. Was war bei einem abendlichen Gewitter?“, fragte die Richterin. Der Angeklagte wiederholte, das Schlafzimmer sei für die Kinder tabu gewesen.

Sohn soll Stiefschwester missbraucht haben

Nur einen Vorfall habe es gegeben: Sein Sohn aus erster Ehe habe mit 15 die damals Fünfjährige aufgefordert, ihn oral zu befriedigen. Er sei des Hauses verwiesen worden und man habe die Sache totgeschwiegen. Das sei ein Fehler gewesen.

Auch die Ex-Schwägerin des Angeklagten, die deutlich jünger ist als ihre Schwester, behauptet, vom Angeklagten als Kleinkind missbraucht worden zu sein. Die Richterin hat sie als Zeugin geladen, der Prozess wurde vertagt.