Baden

Erstellt am 11. Oktober 2016, 03:16

von Stefan Jedlicka

Trenner klebt falsches „Pickerl“ aufs Auto. Betrugsverfahren: Stadtrat muss 1.000 Euro für illegalen Tausch von Nummerntafeln und Plakette zahlen. Keine Vorstrafe.

Stadtrat Jowi Trenner (Bürgerliste).  |  NOEN, Sonja Pohl

In Konflikt mit dem Gesetz geraten ist Stadtrat Jowi Trenner (Bürgerliste „wir badener“). Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelte gegen ihn wegen des Verdachts auf schweren Betrug, wie Sprecher Erich Habitzl auf NÖN-Nachfrage bestätigt.

Das Verfahren endete mit einer sogenannten Diversion: Trenner muss 1.000 Euro Geldbuße bezahlen, gilt dafür aber als nicht vorbestraft.

Kennzeichen auf anderes Auto montiert

Doch was war passiert? „Ich habe Kennzeichen von einem Auto auf ein anderes montiert“, sagt Trenner. Und erklärt: „Den einen Wagen hatte ich schon verkauft, den anderen gerade gekauft, aber noch nicht angemeldet.

Weil man Fahrzeuge aber nicht ohne Kennzeichen auf der Straße stehen lassen darf, habe ich die Nummerntafeln vom verkauften Auto auf das neue montiert.“

Er beteuert: „Es ist nur um ein paar Tage gegangen. Ich konnte den Wagen nicht auf meinem Grundstück abstellen, weil dort im Garten gearbeitet wurde. Es war ein Fehler, das gebe ich zu. Aber ich habe in meinem Leben noch nie jemanden betrogen.“

Auch Pickerl gefälscht

So weit so gut. Doch Staatsanwalt Habitzl bestätigt Trenners Darstellung so nicht. Es sei auch eine falsche Begutachtungsplakette („Pickerl“) auf dem Fahrzeug angebracht worden, betont er. Weil Trenner damit um eine Ausnahmegenehmigung für das Abstellen des Wagens ohne Kennzeichen auf einer öffentlichen Straße angesucht habe, sei es zum Vorwurf des schweren Betrugs gekommen.

Trenner, der als Versicherungsmakler in Baden tätig ist, sollte die Rechtslage kennen. Doch dieser bleibt auch auf nochmalige Nachfrage dabei: „Ich habe um keine Ausnahmegenehmigung angesucht. Ich habe niemanden betrogen.“

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