Erstellt am 04. Juli 2017, 05:00

von Andreas Fussi

Beschäftigung: Baden ist jetzt Pilotregion. Bezirk Baden seit 1. Juli bei „Aktion 20.000“ der Bundesregierung. Bis Jahresende 2017 sollen so 100 neue Jobs für Personen ab 50 Jahren angeboten werden.

Die Personen wurden beim AMS-Frühwarnsystem angemeldet  |  APA

Etwa jeder vierte arbeitslose Kunde des AMS in Niederösterreich war per Ende Mai ein Jahr oder länger arbeitslos vorgemerkt. „Trotz konjunktureller Erholung haben es bestimmte Personen, wenn sie einmal arbeitslos geworden sind, besonders schwer am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen“, weiß Karl Fakler, Landesgeschäftsführer des Arbeitsmarktservice (AMS) NÖ.

Die nun von der Bundesregierung beschlossene „Aktion 20.000“ hat zum Ziel, die Arbeitslosigkeit in der Gruppe der über 50-Jährigen zu halbieren. Österreichweit sollen 20.000 neue Arbeitsplätze für langzeitarbeitslose Menschen, die 50 Jahre alt sind oder älter, geschaffen werden.

Höchster Anteil von 50 plus ohne Arbeit

Als Pilotregion in Niederösterreich wurde der Bezirk Baden ausgewählt, da hier der Anteil an beim AMS vorgemerkten Personen an der Zielgruppe mit 12,5 Prozent am höchsten ist. Im Schnitt gab es 2016 in Niederösterreich 10.162 Personen, die 50 Jahre alt und bereits ein Jahr und länger vorgemerkt waren. Jede achte von ihnen wohnte im Bezirk Baden. In der Pilotregion startete die „Aktion 20.000“ mit 1. Juli, flächendeckend stehen die Angebote ab 1. Jänner 2018 zur Verfügung.

Ziel dieser Initiative ist, über Förderung des AMS zusätzliche Arbeitsplätze bei Gemeinden und gemeinnützigen Einrichtungen einzurichten, die exklusiv langzeitbeschäftigungslosen Personen im Alter ab 50 zur Verfügung stehen. Über die Aktion 20.000 werden Lohn- und Lohnnebenkosten eines kollektivvertraglich entlohnten Beschäftigungsverhältnisses für die Dauer von bis zu zwei Jahren vom AMS gefördert. 

"Gründlich auf Aktionsstart vorbereitet"

Das Arbeitsmarktservice bietet auch attraktive Modelle im Weg über gemeinnützige Arbeitskräfteüberlassung an. In diesem Fall werden die förderbaren Personen beim Verein „Jugend und Arbeit“ angestellt und für längstens zwei Jahre gegen einen Kostenbeitrag an die Gemeinden und gemeinnützigen Einrichtungen im Bezirk überlassen.

„Das AMS Baden hat sich sehr gründlich auf den Start der Aktion vorbereitet“, weiß der AMS-Chef. 80 Stellenaufträge hat das AMS bereits von den 30 Gemeinden und anderen Organisationen aus dem Bezirk akquiriert, für einige Jobsuchende winken bereits fixe Zusage für Anfang Juli. „Wir rechnen damit, dass wir bis Jahresende 100 neue Dienstverhältnisse im Rahmen der Aktion 20.000 im Bezirk Baden fördern können“, ist Fakler zuversichtlich.

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