Erstellt am 14. Dezember 2015, 09:57

von Stefan Jedlicka

„Neuer Name muss Identität stiften“. Vorstoß von VP-Nationalrat Rädler zur Umbenennung sorgt politisch für einige Diskussionen.

Landtagspräsident Franz Gartner, Obmann des SP-Gemeindevertreterverbands.  |  NOEN, Wolfgang Wallner

Für eine Umbenennung des Industrieviertels macht sich ÖVP-Nationalrat Johann Rädler aus Wiener Neustadt stark (

). Er halte den Begriff für nicht mehr zeitgemäß und touristisch wenig einladend, begründet er. Das sehen aber nicht alle politischen Vertreter des Bezirks Baden so.

„Natürlich ist der Name nicht mehr zeitgemäß. Man sollte sich zusammensetzen und gemeinsam einen einladenden, klingenden Namen finden“, meint Landtagsabgeordneter Sepp Balber, Bürgermeister von Altenmarkt/Triesting und Obmann des ÖVP-Gemeindevertreterverbandes. Sein SPÖ-Amtskollege Franz Gartner, Vizebürgermeister in Traiskirchen, hält von so einer Umbenennung nichts: „Der Terminus Industrieviertel ist aus der damit verbundenen Historie entstanden, das Industrieviertel hat als solches Tradition. Andere Begriffe wie Thermenregion sind inhaltlich schon anders verwurzelt.“

Touristisch nuztbar sein

VP-Bezirksobmann Christoph Kainz hält Rädlers Vorstoß „für grundsätzlich positiv“. Er sehe ihn als „Beginn eines Prozesses, um einen Namen zu finden, mit dem sich alle hier identifizieren können, der Identität stiftet.“ Er müsse vor allem touristisch nuztbar sein, betont er.
Und Ex-VP-Landtagsabgeordneter und Bürgermeister August Breininger erinnert: „Ich habe den Vorschlag zur Umbenennung des Viertels schon 1987 gemacht, aber damals war die nötige Dreiviertelmehrheit für eine Verfassungsänderung leider nicht möglich.“

Wenig abgewinnen kann Rädlers Idee die Grüne Bezirkschefin Helga Krismer, Vizebürgermeisterin in Baden. „Im Moment gilt es große Herausforderungen zu meistern: Zielpunktpleite, Flüchtlinge, Klimawande, Energiewende und vieles mehr, was Menschen endlich von der Politik gemanagt sehen wollen. Eine Namensänderung verbessert die Lebensrealität von niemanden“, meint sie: „Ich hoffe, dass nicht der Eindruck bei Bevölkerung entsteht, dass Politiker keine anderen Sorgen haben.“

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