Erstellt am 30. Januar 2018, 05:39

von Andreas Fussi

ÖVP erreicht zweites Direktmandat. ÖVP freut sich über Absolute, SPÖ über stärkste Gewinne im Bezirk, Grüne über Wiedereinzug.

Die ÖVP Baden jubelte mit Bezirksspitzenkandidat Christoph Kainz in ihrem Parteilokal am Theaterplatz.  |  NOEN, Andreas Fussi

Riesengroß ist im Bezirk die Freude bei der Volkspartei. Zwar verlor die ÖVP mit 2,77 Prozent mehr als im Land, aber dass die Absolute gehalten werden konnte, stelle alles andere in den Schatten.

VP-Bezirksspitzenkandidat Christoph Kainz: „Ich empfinde große Freude und Dankbarkeit. Das ist ein klarer Auftrag für die Zukunft.“ Laut Kainz habe sich gezeigt, dass Sacharbeit vom Wähler goutiert werde. Besonders stolz sei er über die Teamarbeit innerhalb der ÖVP.

„Ich empfinde große Freude und Dankbarkeit"

Spät am Abend war die Freude bei der ÖVP dann noch größer, stand nach Auszählung der Stimmen in der Bezirkswahlbehörde doch fest, dass die ÖVP im Bezirk das zweite Direktmandat geschafft hat. Trotz der leichten Verluste ging sich das aufgrund der niedrigeren Wahlzahl aus. Wer jetzt seitens der ÖVP in den Landtag einzieht, entscheiden die Vorzugsstimmen (nach Redaktionsschluss). Ein Direktmandat geht an die SPÖ (Karin Scheele) und die restlichen zwei Mandate gehen an die Landesliste.

SPÖ-Bezirksspitzenkandidatin Karin Scheele freut sich mit einem Plus von 6,46 Prozent über die niederösterreichweit stärksten Zuwachsraten der SPÖ im Bezirk Baden. „Ein Wermutstropfen ist, dass die Absolute der ÖVP nicht wie erwartet gefallen ist“, so Scheele. Denn ohne absolute Mehrheit hätte sie eine neue Arbeitsbedingung und Qualität im Land erhofft.

"Das Plus der SPÖ sei jedenfalls „eine großartige Leistung“

„Da hätte dann die ÖVP bei der Mehrheitssuche auch auf andere Meinungen hören müssen.“ Das Plus der SPÖ sei jedenfalls „eine großartige Leistung“, nachdem die Partei in allen vergangenen Landtagswahlen, mit einer Ausnahme unter Heidemarie Onodi, Verluste eingefahren habe. Scheele ist sich sicher, dass das Ergebnis für die SPÖ bei einem Wahltermin im März noch besser ausgefallen wäre. „Man kann der ÖVP viel vorwerfen, aber nicht, dass sie schlechte Taktiker sind“, spricht sie auf die Vorverlegung an.

Die FPÖ erreicht im Bezirk ein Plus von sieben Prozent und konnte in allen Gemeinden im Bezirk Baden zulegen. Spitzenkandidat Peter Gerstner freut sich über den Erfolg, „trotz der Kampagne gegen Udo Landbauer“. Für ihn sei das eine gesteuerte Aktion gewesen, die aufzuklären sei, so Gerstner, der Abgeordneter zum Nationalrat bleibt. „Für ein Direktmandat in den Landtag hätten wir über 20 Prozent der Stimmen gebraucht, das wäre unrealistisch gewesen.“

Die Grünen luden am Wahlsonntag zur Wahlparty in die Halle B in Baden ein. Der Jubel war grenzenlos.  |  NOEN, Christian Dusek

Die Grünen verlieren im Bezirk Baden 1,62 Prozentpunkte an Stimmen. Bei Helga Krismer überwiegt aber die Freude, den Wiedereinzug in den Landtag geschafft zu haben. „Gerade nach den sehr schwierigen Monaten und dem Rausfall aus dem Parlament im Oktober ist der Verbleib im Landtag sensationell“, sagt die Grüne Spitzenkandidatin, die in Baden Vizebürgermeisterin ist. In ihrer Heimatstadt setzte es ein Minus von 1,68 Prozent, die Grünen bleiben hier aber mit gesamt 14,39 Prozent klar vor der FPÖ, die auf 12,57 Prozent kommt.

NEOS freuen sich über Erfolg

Riesenfreude herrscht auch bei den NEOS. Badens Gemeinderat Helmut Hofer-Gruber zieht als Zweitplatzierter auf der Landesliste in den Landtag ein. „Besser kann es nicht sein!“ Er freue sich, „eine starke Stimme für Kontrolle und gegen Filz und Freunderlwirtschaft“ zu sein. Erfreut sei er auch, dass die NEOS auch außerhalb des Speckgürtels angekommen seien.

Einzig im Bezirk Baden stand am Stimmzettel für die Landtagswahl mit „Wir für Niederösterreich“ auch noch eine fünfte Liste zur Wahl. Obmann Robert Marschall, auch Chef der EU-Austrittspartei, erreichte im Bezirk nur 0,54 Prozentpunkte, das sind 367 Stimmen und schaffte daher den Einzug nicht.