Erstellt am 16. Februar 2016, 05:19

von Tina Jedlicka

Schüler (15) als Erpresser. Ein jetzt 15-Jähriger aus dem Bezirk soll seine Mitschüler mehr als nur tyrannisierthaben: Er musste sich nun wegen Raubes und Erpressung vor Gericht verantworten.

 |  NOEN, Symbolbild

„Ich hatte schon Angst vor ihm“, erzählte ein Bursche am Donnerstag am Landesgericht Wiener Neustadt über seinen Mitschüler auf der Anklagebank. Dieser soll im zarten Alter von 14 Jahren bereits Mitschüler tyrannisiert und ihnen durch Drohungen um die 200 Euro abgenötigt haben.

„Er hat Zigaretten an Mitschülern ausgedämpft, sie getreten und zwei von ihnen mehr als 30 Minuten lang in eine Hütte eingesperrt, mit der Drohung ihnen etwas anzutun, wenn sie kein Geld besorgen würden“, trug Staatsanwalt Udo Kremnitzer die Anklage vor. Im August 2015 soll er ihnen Bargeld und Getränke geraubt haben. Nachdem seine vermeintlichen Opfer Anzeige erstatteten, bekam der Bursche Bewährungshilfe.

„Das ist der beste Jugendbewährungsbericht, den ich je bekommen habe und ich mache Jugendstrafsachen schon seit ein paar Jahren“, räumte Kremnitzer ein. Sarkastischer Nachsatz: „Der Jugendbewährungshelfer beantragt geradezu die Seligsprechung des Angeklagten. Man muss aber sehen, dass er zwei Seiten hat.“. Der Angeklagte behauptete, dass die Beweise, die auf Facebook gegen ihn gefunden wurden, falsch seien. „Mein Account muss gehackt worden sein“, meinte er. Die Geschichten seiner ehemaligen Mitschüler seien frei erfunden gewesen. Er habe sie beim „Gras rauchen“ beobachtet, die Anzeige sei nur eine Racheaktion.

Mitschüler trauten sich nicht in seine Nähe

Mit einem Messer soll der 14-Jährige von Mitschülern 150 Euro gefordert haben. „Er wollte sich ein Moped kaufen“, erinnerte sich ein Opfer. Ein anderer erzählte, dass der Angeklagte an ihm die Zigarette ausgedämpft und ihn getreten habe. Die Mitschüler trauten sich teilweise nicht in den Unterricht, mieden mit dem Zug zu fahren, wenn sie ihn in der Nähe vermuteten. Reue zeigte der Angeklagte mit rumänischen Wurzeln keine. Sein Bruder wurde erst vor Kurzem wegen ähnlicher Delikte verurteilt.

Der Schöffensenat unter der Leitung der Richterinnen Andrea Rosensteiner und Petra Harbich verurteilte den Burschen zu zwei Jahren Haft. Sechs Monate davon muss er absitzen, der Rest wird auf Bewährung nachgesehen. Er bekommt einen Bewährungshelfer. Der 15-Jährige nahm das Urteil an, die Staatsanwaltschaft meldete Bedenkzeit an. Nicht rechtskräftig.