Erstellt am 24. Mai 2016, 08:21

von Stefan Jedlicka

Bezirk Baden: Van der Bellen holte nur drei Gemeinden. Im Bezirk Baden hatte Norbert Hofer am Sonntagabend knapp die Nase vorn. In der Stadt Baden aber nicht.

Alexander Van der Bellen (r.) und Norbert Hofer  |  NOEN, HERBERT NEUBAUER (APA)
Was nach den ersten Ergebnissen aus kleineren Landgemeinden nach einem deutlichen Sieg für FPÖ-Kandidat Norbert Hofer ausgesehen hatte, wurde am Sonntag noch zu einem knappen Rennen um den Einzug in die Hofburg. Bei Redaktionsschluss lag Hofer mit 52,1 Prozent der Stimmen vor Alexander Van der Bellen mit 47,9. Nur drei Gemeinden im Zentrum des Bezirks konnte der Grünen-Kandidat für sich verbuchen: Baden, Pfaffstätten und Bad Vöslau.

Das freute Bezirkssprecherin Helga Krismer, Vizebürgermeisterin in Baden. „Wir haben als Stadt der Europahymne gezeigt, dass wir weltoffen sind“, meinte sie. Und dankte den Mitgliedern des Personenkomitees für Van der Bellen in Baden: „Ich habe in den letzten drei Wochen eine extreme Bewegung bei den Bürgern gespürt und sie haben es geschafft, dass Alexander Van der Bellen ,Präsident von Baden’ wurde. Ich weiß, dass er großen Respekt hat vor Menschen, die sich um ersten Mal politisch engagieren.“

Der Bezirk liege im Landestrend, so Krismer: „Fakt ist aber: Noch nie waren Sieg und Niederlage so knapp beieinander. Ein sehr spannender politischer Abend. Wir hoffen, dass noch einiges möglich ist. Die Prognosen tendierten noch stärker zum Konkurrenten, da Norbert Hofer am Land tendenziell stärker ist. Aber je urbaner, desto eher haben die Menschen für Van der Bellen gestimmt.“

FPÖ-Bezirkschef Peter Gerstner zeigt sich in einer ersten Reaktion „sehr zufrieden“ mit dem Ergebnis, „auch wenn wir es um ein paar Stimmen dann doch nicht schaffen sollten“. Dass aber rund 50 Prozent der Österreicher „bereit sind, uns zu wählen, ist einer der größten Erfolge.“ Gerstner gibt zu bedenken, dass die Partei trotz des „enormen Gegenwindes“ ein so gutes Ergebnis erzielt hätte. Er meint: „Früher haben sich die Wähler oft nicht getraut uns zu wählen, jetzt ist aber die Hemmschwelle weg. Alleine das ist ein Dammbruch, der sich bei den nächsten Wahlen positiv auswirken wird.“