Baden

Erstellt am 24. August 2016, 05:00

von Tina Jedlicka

Vater niedergestochen: Sohn muss in Anstalt. Triestingtaler konnte sein Handeln nicht steuern, als er auf Vater einstach. Der Pensionist wurde bei dem Vorfall schwer verletzt.

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„Wie geht es Ihnen heute?“ fragte Richterin Nina Morawetz am Mittwoch gleich zu Beginn des Prozesses gegen den Triestingtaler. Der Mann hatte im Februar dieses Jahres seine Eltern attackiert. Er schlug auf die Mutter ein und stach mit einem Messer seinen Vater nieder. Schnell wurde bekannt, dass der Mann psychisch krank ist. Bei seiner Verhandlung wirkte er, als könnte er kein Wässerchen trüben.

„Danke, heute geht es mir gut. Die Medikamente wirken und ich fühle mich besser“, erwiderte der Mann. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher. Der Mann sei zum Tatzeitpunkt nicht zurechnungsfähig gewesen. Der Triestingtaler war von dieser Idee wenig begeistert.

Er versprach, seine Medikamente zu nehmen und zur Kontrolle zum Arzt zu gehen. Aber bevor das erörert wurde, wurde noch einmal näher auf den Vorfall im Februar eingegangen. „Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist, dass ich das getan habe. Ich habe geglaubt, mein Vater hat eine Machete in der Hand. Heute weiß ich, dass das nicht so war“, erklärte der Mann.

„Er hat nur oberflächlich eingesehen, dass er Medikamente und Behandlung benötigt.“

Der psychiatrische Sachverständige Manfred Walzl

„Ich wollte gerade außer Haus gehen und mir Geld borgen. Ich wollte zu den Dirnen gehen. Aber mein Vater war dagegen“, erzählte der Mann über den Grund für die Auseinandersetzung. Seine Eltern wurden schon vor dem Prozess einvernommen und die Aussage auf Video aufgenommen.

„Er hat mir eine runterghaut“, meinte die Mutter leise und fuhr nach einer kurzen Pause fort: „Dann hat er mit meinem Mann weitergestritten, plötzlich griff sich der auf den Bauch und sagte ‚Schau, ich blute‘. Da ist mein Sohn weg. Ich bin zu meinem Bruder gelaufen und habe ihn gebeten, die Polizei und die Rettung zu rufen.“

Der psychiatrische Sachverständige Manfred Walzl nahm den Täter unter die Lupe und attestierte eine psychoaffektive Störung: „Auch wenn er sich jetzt wohl fühlt, er hat nur oberflächlich eingesehen, dass er die Medikamente und die Behandlung dauerhaft benötigt. Nach einiger Zeit kann man über eine bedingte Entlassung sprechen, aber nur in ein ,Betreutes Wohnen‘, das seinen Bedürfnissen entspricht und keinesfalls zurück zu seinen Eltern.“ Der Mann wurde in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.