Erstellt am 15. September 2015, 18:31

von Stefan Jedlicka

Millionen-Investition für Hotel Schloss Weikersdorf. Sanierung und Ausbau um 10 Millionen Euro soll Schlosshotel bis 2018 zu „erstem Haus am Platz“ machen.

Umbaupläne für das Hotel Schloss Weikersdorf: Tourismus-Stadträtin Erna Koprax, Bürgermeister Kurt Staska, Hotel-Eigentümer Oliver Braun, Architekt Christian Hoppe und Hoteldirektor Michael Pohn (v.l.).  |  NOEN, Stefan Jedlicka
Dem historischen Hotel Schloss Weikersdorf im Badener Doblhoffpark stehen eine Verjüngungskur und eine Vergrößerung bevor. Dies gab Oliver Braun, Geschäftsführender Gesellschafter des Hotel-Eigentümers, der Wiener Gerstner Gruppe, heute bekannt. Gerstner hatte das Haus Ende 2012 von der Uniqua-Versicherung übernommen. Um 10 Millionen Euro wird das bestehende Hotel nun saniert. Dazu kommt ein Zubau, der die Betten-Kapazität von derzeit 99 auf „150 bis 200“ steigern soll, wie Braun erklärte.

Braun glaubt an Standort Baden

„Ich habe mich verliebt in dieses Haus. Leidenschaft muss man sich aber auch leisten können. Und vor allem leisten wollen“, betonte Braun. Er glaube an den Standort Baden und habe sich daher zur Investition entschlossen. „Das Hotel hat das Potenzial und die Verpflichtung, aufgrund seiner Lage und seiner Geschichte, das erste Haus am Platz zu sein“, so Braun. Aktiv wolle er das Schloss Weikersdorf auch in den anderen elf Hotels der Gerstner Gruppe bewerben: „Wir haben rund 4.500 bis 5.000 tägliche Gäste-Kontakte, bei denen wir die Vorzüge Badens präsentieren können.“
 
Im aus den 1970er-Jahren stammenden Zubau werden alle Zimmer generalüberholt, dabei unter anderem die für heutige Ansprüche zu kleinen Badezimmer vergrößert, außerdem werden Brandschutz und Wärmedämmung auf den neuesten Stand gebracht. Neu hinzu kommt ein Bauteil in Richtung Mühlbach. „Zwei- oder dreigeschoßig. Das muss noch geklärt werden“, kündigte Braun an. Auch eine Verbindung zwischen dem historischen Schloss und dem Spa-Bereich am anderen Ende des Hotels wird entstehen. „Auf Pfählen, um die darunter liegenden Parkplätze zu erhalten“, wie der Eigentümer betonte.
 
„Ziel ist es, auch größere Kongresse dadurch unter einem Dach unterbringen zu können“, erklärte Oliver Braun. Derzeit müssten größere Gruppen in Baden auf mehrere Häuser aufgeteilt werden. Vor allem das Congress Casino habe diesbezüglich Bedarf angemeldet. „Diese Kongresse sind aber enorm wichtig für Badens Wirtschaft, weil sie eine hohe Umweg-Rentabilität bringen“, ist Braun überzeugt.

Staska: "Abwärts- in Aufwärtsspirale umkehren"

In Bürgermeister Kurt Staska (ÖVP) habe er einen „wirklich guten Zuhörer und Partner gefunden“, dankte er für Unterstützung seitens der Stadtgemeinde. Staska freut sich nach der am Freitag angekündigten Investition von 65 Millionen in das insolvente Hotel Sauerhof über „eine Umkehrung der Abwärtsspirale im Badener Tourismus in eine Aufwärtsspirale“. Und dankte seinerseits: „Eine Investition dieser Größenordnung tätigt nur jemand, der an den Standort Baden glaubt.“
 
Der Baubeginn ist für Herbst 2016 geplant. In zwei Phasen soll das Projekt dann in ein- bis eineinhalb Jahren abgeschlossen sein, hofft Oliver Braun. Probleme habe die Gerstner-Gruppe noch bei der Personalsuche, klagte er. Aufgrund der Vergrößerung des Hauses werde auch die Zahl der Mitarbeiter steigen: von derzeit 50 auf ungefähr 80. Man plane diesbezüglich nun eine Kooperation mit der HLA Baden, deren Absolventen ein „Drei-Jahres-Karriereplan“ im Hotel Schloss Weikersdorf angeboten werde, kündigte Braun an. Inklusive Option auf internationalen Austausch.