Erstellt am 12. April 2016, 05:04

von Stefan Jedlicka

Doppelbezug: Staska auch unter Beschuss. Traiskirchens Bürgermeister legte Amt im Rathaus freiwillig zurück. Bürgerliste kritisiert Stadtoberhaupt Kurt Staska.

Badens Bürgermeister Kurt Staska  |  NOEN, Stefan Jedlicka
Für Aufregung sorgte Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) durch seinen Doppelbezug als Stadtoberhaupt und Angestellter der Gemeinde. Die FPÖ kritisierte Babler dafür heftig, dieser kündigte jedoch freiwillig seinen Job als Bediensteter des Rathauses.

Die Bürgerliste „wir badener“ nimmt nun auch Bürgermeister Kurt Staska (VP) unter Beschuss, weil dieser seinen Job als Leiter der Abteilung Sport, Jugend, Gesundheit und Soziales nicht gekündigt hat. Stadtrat Jowi Trenner ärgert sich: „Stolz verkündete Kurt Staska beim Rechnungsabschluss 2015, insgesamt 1,8 Millionen Euro bei den Personalkosten der Stadt eingespart zu haben, wobei die skurrile Summe im Wesentlichen nur darauf zurückzuführen ist, dass nicht alle budgetierten Planstellen besetzt wurden. Er selbst aber, und das verschweigt er gerne, kassiert seit Jahren doppelt, nämlich als Bürgermeister und als Abteilungsleiter.“

Job des Bürgermeisters ist kein Geheimnis 

Verschwiegen hat Staska dies jedoch nicht. „Vor sechs Jahren wurde meine Tätigkeit auf meinen eigenen Antrag hin im Gemeinderat auf 18 Wochenstunden gekürzt. Und zwar mit den Stimmen der Bürgerliste“, betont er. Trenner ist das egal: „Doppelt bleibt doppelt. Abgesehen davon, dass es total irrational ist, die beiden Ämter in Personalunion auszuüben, weil Staska damit sein eigener Vorgesetzter ist.“ Das Bürgermeistergehalt von monatlich 7.000 Euro sei „offensichtlich zu wenig“.

Ein Geheimnis ist der Job des Bürgermeisters nicht. Er scheint im Budget auf. Und sein eigener Chef sei Staska als Gemeindebediensteter nicht: „Das ist der Stadtamtsdirektor.“ Er ist außerdem Geschäftsführer des Strandbades und der Sport- und Veranstaltungshalle. „Meine Aufgabe liegt vor allem im strategischen Bereich. Ich delegiere aber mehr als früher an Mitarbeiter“, stellt er klar. Und: „Ich halte es vor allem in der Lokalpolitik für wichtig, noch einen Brotberuf zu haben, in den man bei einem Ausscheiden aus der Politik auch wieder zurückkehren kann. Ein Bauer würde seinen Hof ja auch nicht verkaufen, wenn er Bürgermeister wird.“