Baden

Erstellt am 21. März 2017, 05:01

von Stefan Jedlicka

Breiningers Protest gegen Theater-Umbau in Baden. Stadtrat versammelt Kämpfer für Mittelgang und Kassahäuschen vor Stadttheater und plant Gemeinderats-Antrag.

Protest vor dem Stadttheater. Am Donnerstag versammelte Stadtrat August Breininger 30 Mitstreiter im Kampf um den Mittelgang und das Kassahäuschen am Theaterplatz.  |  Stefan Jedlicka

„Ich bin kein Revoluzzer“, rief August Breininger seinen Mitstreitern vor dem Stadttheater zu. „Aber ich liebe dieses Theater und besuche es schon seit fast 60 Jahren. Daher muss ich gegen die geplanten Änderungen auftreten.“

Theater-Direktorin verteidigt Maßnahmen

Gemeint ist damit die beabsichtigte Auflassung des Mittelgangs zwischen den Sitzreihen im Parterre und der Abriss des Kassahäuschens im Eingangsbereich. Beides will Breininger verhindern.

Theater-Direktorin Martin Malzer verteidigt die Maßnahmen (die NÖN berichtete): Sie argumentiert mit Platzbedarf. Die Beinfreiheit in Reihe acht würde im Gegenzug erhöht. Das Kassahäuschen sei nicht historisch bedeutsam, sondern erst in den 1970er-Jahren nachträglich errichtet worden.

„Anders als die Theaterdirektorin behauptet, hat es in Baden immer einen Mittelgang und das Kassahäuschen gegeben“, sagte Breininger am Donnerstag. 30 Gleichgesinnte hatte er versammelt, um seinen Protest öffentlich kundzutun.

Dringlichkeitsantrag am 28. März

Außerdem will er dies mittels eines Dringlichkeitsantrages am 28. März im Gemeinderat tun. Im Antrag ist von „zahlreichen Bedenken von Besuchern und Abonnenten“ die Rede. Der Umbau schaffe nur „etwa 13 zusätzliche Plätze“ und Breininger kritisiert:

„Gleichzeitig wurde bereits ohne Befassung des Gemeinderates – die Stadtgemeinde Baden ist Theatererhalter – die denkmalgeschützte Kassaloge im Foyer ersatzlos beseitigt und stattdessen ein offenes Langpult in modernistischer und stilfremder Form errichtet, das zum Großteil einem Buffetzweck dient, ohne klare Abgrenzung zwischen Getränkeausschank und Kartenverkauf.“

Breininger meint: „Der Bürgermeister soll daher die Beibehaltung der aktuellen Situation einfordern. Sollte unser Antrag keine Zustimmung finden, planen wir weitere Aktionen.“

Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP) will den Antrag abwarten. „Ich kenne ihn im Wortlaut noch nicht. Ich gehe aber davon aus, dass die Entscheidung, so wie sie getroffen wurde, auch umgesetzt wird.“