Erstellt am 17. Mai 2016, 12:51

von Andreas Fussi

„Ein guter Kandidat“. SPÖ-Granden im Bezirk setzen große Hoffnungen in ihren neuen Parteichef Christian Kern.

Andreas Babler, SPÖ-Bürgermeister von Traiskirchen.  |  NOEN, Fussi

Vorschusslorbeeren für Österreichs neuen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) aus dem Bezirk. Andreas Babler, SP-Bürgermeister in Traiskirchen und parteiintern einer der größten Kritiker von Kerns Vorgänger Werner Faymann, begrüßt den personellen Wechsel in der Partei. Er habe selbst im Parteivorstand für Kern gestimmt. „Es hat sich schon abgezeichnet, dass er ein guter Kandidat ist.“

Der Veränderungswille in der Partei sei bereits sehr stark gewesen, so Babler. Als Referent bei verschiedenen SP-Organisationen habe er „die große Unzufriedenheit mitbekommen und als Sprachrohr der Stimmung agiert“. Babler plädiert für eine inhaltliche Schärfung des Profils der SPÖ. „Regieren soll nie Selbstzweck sein.“ Der erste Schritt sei die personelle Veränderung. „Die Partei muss wieder mehr den Menschen Sicherheit geben, denen es sozial nicht gut geht“, so Babler.

Für Gartner kam der Wechsel überraschend

Zu einer möglichen Zusammenarbeit mit der FPÖ meint Babler in Anlehnung an eine Aussage von Medienmanager Gerhard Zeiler, der ebenfalls als Kanzlerkandidat gehandelt worden war, es müsse „eine Abgrenzung und keine Ausgrenzung geben, denn ausgrenzen tut sich die FPÖ schon selber“.

Für den Traiskirchner SP-Vizebürgermeister und dritten Landtagspräsidenten Franz Gartner kam der Zeitpunkt des Wechsels überraschend. „Dass ein Wechsel kommen musste, war klar – nur unter anderen Voraussetzungen“, meint Gartner. Er hätte sich einen „besser vorbereiteten Wechsel“ gewünscht. Und dass „Faymann nicht von heute auf morgen alles hingeschmissen“ hätte. Kern attestiert er aber, ein „hervorragender Manager“ zu sein.

SPÖ-Bezirksgeschäftsführer Wolfgang Kocevar wünscht dem neuen Parteichef, dass dieser „sein Team nach seinen Vorstellungen zusammenstellen kann und es schafft, der SPÖ wieder ein klares politisches Profil zu geben.“