Erstellt am 14. Juni 2016, 05:55

Entspannung: Nur noch 700 im Lager. Bürgermeister Andreas Babler pocht dennoch auf das vereinbarte Limit von 480 Asylwerbern: „Problembehaftete Massenunterkünfte müssen der Geschichte angehören.“

Bürgermeister Babler (im Bild bei einer Flüchtlingskonferenz Anfang des Jahres) appelliert an die Bundesregierung, »jetzt weitere Maßnahmen zu setzen, um hier endlich Normalität einkehren zu lassen«.  |  NOEN, privat, NÖN
Die Situation im Flüchtlingslager hat sich entspannt. Nachdem im vergangenen Jahr zeitweise mehrere Tausend Asylwerber hier untergebracht waren, sind es aktuell nur noch rund 700. Doch SPÖ-Bürgermeister Andreas Babler will eine weitere Reduktion.

Zwar sei derzeit der niedrigste Stand seit seinem Amtseintritt vor über zwei Jahren zu verzeichnen. Von der neubesetzten Bundesregierung fordere er aber „verbindliche Maßnahmen, um endlich die Vereinbarung zwischen Land und Innenministerium mit einer Zahl von 480 Asylwerbern in der Betreuungsstelle umzusetzen“, so Babler.
„Traurige Bilder aus Traiskirchen“, wie im Vorjahr, müsse man unmöglich machen, argumentiert Babler.

 50 Prozent unter Gesamtkapazität

„Nach wie vor haben wir täglich Aufgabenstellungen und Problemstellungen durch die Nichteinhaltung der 480er-Vereinbarung, die vermeidbar wären“, sagt er. Auch könnte man jetzt im Interesse aller eine weitere Verbesserung in der sozialarbeiterischen Infrastruktur und Betreuung in Traiskirchen umsetzen.

Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Innenministeriums, appelliert, die Lage im Kontext zu betrachten. Nach einer Verdreifachung der Antragszahlen im Jahr 2015 sei man schon länger am Weg einer deutlichen Reduktion. Grundböck erinnert daran, dass noch im Sommer des Vorjahres 4.000 Menschen in Traiskirchen untergebracht waren – „bei einer Kapazitätsgrenze von 1.800 Menschen“.

Derzeit liege man mit den 700 mehr als 50 Prozent unter dieser Gesamtkapazität des Gebäudes. „Nichtsdestotrotz gilt selbstverständlich die allgemeine politische Vereinbarung der damaligen Ministerin Maria Fekter“, die eben die Zahl von 480 Menschen umfasse.