Erstellt am 04. Februar 2016, 04:03

von Sandra Sagmeister

Erleuchtung im Schatten. Die Künstlerin Cornelia König leitet seit bald zehn Jahren den Kunstverein,für sie ist der Weg das Ziel und im Schatten liegt oft die Erleuchtung verborgen.

 |  NOEN, zVg

Für das Jahresthema „Erleuchtung und Schatten“ nahm sich Kunstvereins-Obfrau Cornelia König das japanische Buch „Lob des Schattens“ aus dem Jahr 1933 zu Herzen. Der Grundtenor lautet: Hinschauen, wo Schatten ist.

NÖN: Wo soll man hinschauen, wo gibt es was zusehen?

Cornelia König: Man soll immer auch dort hinschauen, wo es dunkel ist, wo man normalerweise nicht hinschaut.

Was bringt das?

König: Auf die Dinge, die im Licht stehen, schaut man unbewusst, es geht um das bewusste Schauen in den Schatten.

Die Kunst steht im Licht, wirft Schatten und die Botschaft liegt oft im Dunkeln?

König: Im Dunkeln ist die Botschaft der Kunst ganz sicher nicht. Für viele ist sie vielleicht nicht sichtbar, aber eigentlich ist sie nur versteckt, das ist auch das, was wir Künstler gerne mögen, weil die Kunst dadurch etwas geheimnisvolles bekommt und wir Künstler es mögen, wenn man darüber anfängt nachzudenken.

Wie sind Sie eigentlich auf das Thema gekommen?

König: Über die Erleuchtung. Ich meditiere seit acht Jahren. Und im westlichen Sinn, wo wir immer zielgerichtet denken, meditieren wir auch, um irgendwann einmal erleuchtet zu werden.

Ist dieses Jahresthema nicht schwierig umzusetzen? Ist ja eher ein Denkprozess, denn ein Schaffensprozess?

König: Es ist ein Denkanstoß und ich lasse den Künstlern wie immer offen, wie sie an das Thema heran gehen und wenn jemand eine Lampe hinstellt und neben dem Ein-und-Ausschalter schreibt „erleuchtet sein, einschalten!“, ist das auch gut.

Sie leiten den Kunstverein seit bald zehn Jahren. Wo wollen Sie mit dem Kunstverein hin?

König: Ende 2006 habe ich den Kunstverein übernommen und 2007 war mein erstes programmiertes Jahr. Ich möchte auf dem Niveau bleiben und schauen, dass wir weiter die finanziellen Mittel bekommen, die wir haben. Das ist schon eine große Aufgabe, größer werden möchten wir nicht. Wir werden nur mehr, seit drei Jahren nehmen wir jedes Jahr mindestens drei neue Mitglieder auf. Ich schaue dabei, das ich den Altersdurchschnitt senke, wir müssen uns verjüngen, damit es weiter getragen wird. Ich habe momentan keine Ambitionen Schluss zu machen, es macht immer noch wahnsinnig viel Spass, aber irgendwann höre ich sicher auf, und da wäre es schön, wenn wer Jüngerer übernimmt.

Was ist für Sie der Sinn und Zweck eines Kunstvereins?

König: Die zeitgenössische Kunst in die Bevölkerung zu tragen, sie ist ja noch nicht so wirklich angekommen, nicht in Baden.

Kunst spricht ja nicht so viele Menschen an. Trotzdem schaut man immer zuerst auf die Besucherzahlen von Galerien, Theatern und Museen. Wie gut besucht ist die Galerie des Kunstvereins?

König: Die Leute kommen schon, aber man darf nicht vergessen, Baden ist eine kleine Stadt, da kann man sich nicht so viele Besucher erwarten, wie beispielsweise in einem Kunsthistorischen Museum, wo viele Touristen hin pilgern.

Da hat es eine kleine Kunstvermittlungszelle wie der Kunstverein schwer?

König: Ich muss sagen, wir haben einen kleinen Freundes- und Interessentenkreis, die immer wieder kommen. Die Ausstellungen sind auch immer gleich gut besucht, wir haben um die 100 Besucher pro Ausstellung, die sechs bis acht Wochen dauern und ich bekomme immer Feedback von den Besuchern, wie toll das hier ist.