Erstellt am 26. Januar 2016, 05:58

von Tina Jedlicka

Falsche Gutachten. Katzenzüchterin will Edelkatzen selbst geimpft haben und fälschte die Gesundheitspässe für die Tiere. Verurteilt.

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Drei Jahre lang züchtete die Frau aus der Region Steinfeld Katzen und verkaufte die Tiere. 24 davon um je 600 Euro. Jede Katze hatte einen eigenen Pass, in dem neben dem Gesundheitszustand der Tiere auch sämtliche erforderliche Impfungen dokumentiert waren. Wie sich später herausstellen sollte, waren die Dokumente gefälscht.

Die Züchterin füllte die Gesundheitspässe der Katzen selbst aus, befand die Tiere für wohlauf und bekräftigte ihren Befund mit Tierarztstempeln. Die neuen Besitzer der Tiere fanden jedoch irgendwann heraus, dass sie betrogen wurden und erstatteten Anzeige. Am Freitag stand die Frau am Landesgericht Wiener Neustadt vor Richterin Christina Kuzmany. Mit allen Mitteln versuchte die Angeklagte zu beschwichtigen: „Ich habe die Katzen selbst geimpft, weil der Tierarztbesuch für sie so stressig gewesen wäre.“ Sie habe gar nicht gewusst, dass das nicht erlaubt gewesen sei. Den Impfstoff habe sie ohne weiteres in der Apotheke erhalten.

„Stempel von Tierarzt, aber nicht gestohlen“

„Billiger ist es schon, wenn man sie selbst impft, oder?“ fragte Kuzmany nach. Die Angeklagte bejahte. In der Tierklinik in Ungarn bezahle man nur 12 Euro, der Weg dorthin sei für die Katzen allerdings weit. Einer der Stempel, den die Frau verwendet hatte, trug den Namen eines ungarischen Tierarztes, war allerdings selbst gebastelt. Der Zweite stammte von einer österreichischen Tierärztin und wurde laut Staatsanwalt Erich Habitzl dort entwendet. „Ich hatte den Stempel von dort, aber sie wusste, dass ich ihn verwende. Sie hat nur gesagt, dass ich alles abstreiten müsse, wenn das heraus kommt“, behauptete die Angeklagte.

Da hakte Richterin Kuzmany abermals ein: „Ihnen war aber schon klar, dass Sie das nicht dürfen?“ Wieder nickte die Züchterin. Sie habe den Schaden bei einigen Besitzern wieder gut gemacht. Zwei ehemalige Besitzer einer Katze nahmen als Opfer am Prozess Teil. Ihre Katze war gestorben. Die Angeklagte wurde zu zehn Monaten bedingter Haft verurteilt.