Erstellt am 13. Oktober 2015, 05:12

von Tina Jedlicka

Fauler Verkauf? Betrug angeklagt. Beim Wohnungskauf soll Familie betrogen worden sein: Die Verkäuferin dementiert das.

 |  NOEN, Erwin Wodicka

Eine Familie will beim Kauf ihrer Wohnung in Baden über den Tisch gezogen worden sein. Ein Zivilprozess am Bezirksgericht Baden endete damit, dass der zuständige Richter Strafanzeige erstattete: Gegen die Verkäuferin der Wohnung sowie gegen den Hausbesorger. Der soll nämlich beim Zivilprozess auf Anweisung der Frau falsch ausgesagt haben.

Richterin Theresa Scherrer versuchte am Landesgericht Wiener Neustadt, Licht in die Sache zu bringen, was sich aber als nicht besonders einfach erwies. „Die Käufer haben von Anfang an Druck ausgeübt. Sie wollten sofort den Kaufvertrag haben und als wir beim Notar waren, wollten sie anschließend die Wohnungsübergabe machen“, erklärte die Angeklagte und weiter: „Doch auch der Notar erläuterte, dass er erst einmal das Geld als Treuhänder haben müsse, bevor das gehe.“

Zeugen werden noch einvernommen

Die Frau, die laut eigenen Aussagen als Konsulentin für eine Firma tätig ist, einen Zweitwohnsitz im Ausland hat und international Firmenanteile besitzt, verstand das Gehabe der Käufer generell nicht. „Sie haben die Wohnung gekauft wie besichtigt. Für das Inventar gab es eine Ablöse“, so die Frau weiter.
Die Wohnung sei so belassen worden, wie geplant. Die Käufer seien während ihres Auslandaufenthaltes plötzlich da gestanden und hätten in die Wohnung gewollt. Der Hausbesorger habe sie hineingelassen und als er sich umgedreht habe, sei der Schlüssel verschwunden gewesen.

„Wie hätte ich da Möbel austauschen sollen?“ war die Frau entsetzt. Gegen das Urteil vom Zivilprozess, in dem den Käufern Recht gegeben wurde, dass das Inventar gegen minderwertigeres ausgetauscht worden sei, legte die Angeklagte Berufung ein. Einige weitere Zeugen werden noch einvernommen, bevor Richterin Scherrer ihr finales Urteil fällen wird.