Baden

Erstellt am 18. August 2016, 05:39

von Sandra Sagmeister

„Wir nützen uns schamlos aus“. Jazztage von 1. bis 11. September. Die Seele dahinter: Helmut Schwarzer mit seinem Verein „Pro Jazz“.

Kulturamtsleiter Gerd Ramacher, Helmut Schwarzer von „Pro Jazz“ und ÖVP-Gemeinderat und Musiker Michael Capek.  |  NOEN, Sagmeister

Der Jazz hat seit einigen Jahren in Baden einen neuen Stellenwert erhalten und besetzt eine musikalische Nische neben der Operette. Eine internationale, eine zeitgenössische, eine unterhaltsame Nische und vor allem eine niveauvolle Dimension hat das Jazzangebot in Baden erreicht.

Schuld daran ist Helmut Schwarzer, Obmann des Vereins „Pro Jazz“, und eine umtriebige Seele. Anfang der 90er-Jahre hatte er erste Jazz-Konzerte im Lokal „Stangl“ am Josefsplatz und im Sauerhof organisiert. Doch Baden war damals noch nicht bereit für den Jazz.

Schwarzer ließ aber nicht locker und schickte beispielsweise seinen Newsletter stetig u.a. an das Kulturamt. Und eines Tages fand er tatsächlich eine Antwort in seinem Email-Postfach vom damals neu agierenden Kulturamtsleiter Gerd Ramacher. Darin stand: „Wir müssen reden.“ Das war der Beginn einer fruchtbaren Kooperation zwischen einem engagierten Privatmann und einem ebenso engagierten Kulturverwaltungsmann.

 „Junge Musikfreunde Baden“

 „Wir nützen uns gegenseitig schamlos aus“, sagen Ramacher und Schwarzer mit einem Augenzwinkern. Für die Stadtgemeinde ist Schwarzer „ein echter Glücksgriff“, wie auch Gemeinderat Michael Capek (VP) ergänzt. Capek ist unter anderem bei den „Jungen Musikfreunden Baden“ mit dabei und ebenfalls ein Musikkenner und -liebhaber.

Und was macht die Kooperation so gut? Schwarzer hat die Kontakte zu internationalen Jazz-Musikern (z.B. zum „Buena Vista Social Club“) und Ramacher stellt die organisatorische Infrastruktur zur Verfügung. „Der Jazz hat in Baden einen neuen Stellenwert bekommen, so verschieden der Jazz ist, so verschieden wird er in Baden präsentiert“, begeistert sich Ramacher, der das kleine Jazzfestival als schöne und wichtige Ergänzung zu den Beethoventagen, den Schuberttagen und den Operettentagen sieht.

Und wie bei den Beethoven- und den Schuberttagen steckt auch bei den Jazztagen ein beseelter Musiker dahinter. Schwarzer stellt das Festival ehrenamtlich auf die Beine – seine Gage ist die Begeisterung des Publikums.

Neue Location und große Träume

Gemeinsam hecken Ramacher und Schwarzer immer wieder neue Wege für das Festival aus, suchen nach neuen Locations, heuer ist erstmals das Hotel „At the Park“ als nobler aber doch ungezwungener Ort dazugekommen.

Geträumt wird auf jeden Fall nicht von einem Massenfestival: „Wir haben Konzerte mit 15 bis 25 Leuten, sehr intim, aber mit einer Bombenstimmung“, es gehe mehr um die Qualitätssicherung. Einen großen Wunsch haben die beiden aber dann doch: „Wir träumen von einem Jazz-Ball im Casino“ – und wenn man den unnachgiebigen Schwarzer kennt, weiß man, dass er auch das schaffen wird...

Programm

Donnerstag, 1. September, 19.30
Helmut & Helmut Quintett
Samstag, 3. September, 19.30
Patrizia Ferrara & Band
Donnerstag, 8. September, 19.30
Hot Potatoes Dixiland Stompers
Freitag, 9. September
18.30 Uhr: Nikolaos Afentulidis Trio
20 Uhr: Lovely Rita
22 Uhr: Son del Nene – live from Buena Vista Social Club
Samstag, 10. September
18.30 Uhr: Projekt Two
20 Uhr: Lisa Prandstätter‘s Playground Convention
22 Uhr: Saxofour mit Jamaaladeen Tacuma
Sonntag, 11. September, 11 Uhr
Jazzbrung mit dem „The Royal Flush Orchestra“
Ticketservice: 0699/10311726