Erstellt am 02. Mai 2016, 12:32

von Sonja Pohl

„Frauen für Frauen“. Seit fast 30 Jahren setzt sich das engagierte Team um Obfrau Sonja Kainzbauer in Baden für Frauen in Notsituationen ein.

Obfrau Sonja Kainzbauer mit Maria Rettenbacher, Emma Vorberg, Victoria Siegholzer, Jelica Konttas, Rashid Nazahet, Brigitte Schwetz, Bettina Kern, Stadträtin Andrea Kinzer und Eva Herzog. Foto: Sonja Pohl  |  NOEN, Sonja Pohl
Es war eine Handvoll empathischer Frauen, die 1997 eine Initiative „von Frauen für Frauen“ setzte. Daraus sollte sich letztlich der Verein „Undine“ bilden. Ursprünglich in der Bezirkshauptmannschaft angesiedelt, zogen Obfrau Sonja Kainzbauer und ihr Team 2008 in die eigene Beratungsstelle in der Vöslauerstraße an der Ecke Elisabethstraße.

Rund 350 Frauen sind es, die diese Tür in ein neues Leben nehmen. „Manche von ihnen holen sich eine einmalige Information, etwa, wenn es um Fragen rund um Scheidung oder Wegweisung geht, andere werden von uns langfristig betreut“, verrät Gina Zaussinger. Sie und Bettina Kern sowie Nazahet Rashid kümmern sich als Sozialberaterinnen um die Belange von Frauen in schwierigen Lebenssituationen. Rashid deckt dabei auch Sprachkompetenzen für Migrantinnen ab.

Notwohnung steht zur Verfügung

60 Prozent aller Erstkontakte werden über soziale Einrichtungen geknüpft. „Die Vernetzung mit ihnen aber auch mit Badens Vereinen und Institutionen ist Um- und Auf für den Erfolg“, weiß Zaussinger. Seit der ersten Stunde werden die Beratungsleistungen anonym, kostenlos, überparteilich und überkonfessionell durchgeführt. „Eine Sache des Vertrauens, das viele unserer Klientinnen erst wieder fassen müssen“, erklärt sie.

Mit einer Notwohnung kann Frauen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, geholfen werden. „Das schönste Beispiel, wie aus dem einander Helfen ein neues Miteinander entstehen kann, zeigte sich vor ein paar Jahren, als eine Mutter nach ihrer Scheidung nicht wusste, wie sie die Kinderbetreuung organisieren kann. Zugleich war eine ältere, eher einsame und ebenfalls geschiedene Frau in der Einrichtung untergebracht – die beiden Frauen freundeten sich an und gründeten eine Wohngemeinschaft, in der sie sich den Alltag samt Kinderbetreuung gemeinsam organisierten“, erinnert sich Zaussinger.

Undine ist heute Ansprechpartner für Frauen aus allen Alters- und Gesellschaftsschichten. Viele Probleme ähneln einander, bei immer mehr Frauen spielt aber auch die finanzielle Situation eine große Rolle. „Schwierig wird es immer dann, wenn Gewalt im Spiel ist. Unsere Notwohnung kann für derlei Fälle nicht genutzt werden, da wir keine Möglichkeit haben, die Frauen vor Gewaltübergriffen zu schützen“, ist sich Zaussinger sicher, dass es gerade in diesem Bereich noch viel zu tun gibt. Mit verstärktem Informationsbedarf rechnet Undine auch bei den Flüchtlingen, „wenn sie im Alltag angekommen sind.“

Seit März macht eine Rampe im Eingangsbereich die Betreuungseinrichtung nun auch barrierefrei. Was sich die Frauen allerdings wünschen würden, wäre eine finanzielle Unterstützung ihrer Arbeit (Spendenkonto: AT51 4300 0363 5133 0000, bei der Volksbank Wien).