Traiskirchen , Mödling

Erstellt am 12. Oktober 2016, 04:43

von Andreas Fussi

„Langweilig war mir nie!“. Soziales Engagement liegt ihnen im Blut: Stefanie und Marie Wareka waren wochenlang in Südamerika im Einsatz und halfen bei der Betreuung von Waisenkindern.

Michael Wareka und Helga Marzek (4. und 3. Generation der Gründerfamilie) sind stolz auf den Einsatz von Stefanie und Marie Wareka.  |  NOEN, Fussi

Soziales Engagement hat im Traiskirchner Paradeunternehmen Marzek-Etiketten Tradition. Zuletzt haben dies die Töchter von Geschäftsführer Michael Wareka aus der 4. Generation der Marzek-Gründerfamilie unter Beweis gestellt.

Die ältere Tochter Marie leistete vor zwei Jahren Sozialarbeit für Straßenkinder in San Jose/Costa Rica. Ihre etwas jüngere Schwester Stefanie hat im Sommer sechs Wochen lang Sozialarbeit in einem christlichen Kinderheim in Cusco/Peru absolviert. Im Gespräch mit der NÖN berichten sie über ihre Eindrücke.

Stefanie Wareka war ehrenamtlich sechs Wochen lang in einem Waisenhaus in Cusco für Kinder zwischen 10 und 17 Jahre tätig. Im Vorfeld hatte sie erfolgreich eine Spendenaktion innerhalb der Familie initiiert und so allen Kindern zu richtigen Schuhen verholfen.

„Die sechs Wochen sind wie im Flug vergangen“, resümiert Stefanie Wareka. Ihre Aufgabe bestand darin, mit den Bewohnern eine Tagesstruktur aufzubauen, gemeinsam zu spielen, zu kochen und zu lernen.

Dazwischen blieb auch Zeit, die Kultur des Landes zu erkunden. „Langweilig war mir nie!“ Der Einstieg war schwer, Skepsis überwog am Anfang bei den Kindern. „Aber wenn man länger da ist, dann nehmen sie einen sehr gut auf.“ Emotional war die Abschiedsparty, die für Stefanie gegeben wurde. „Ich habe mich bedankt, dass ich viel Liebe mit ihnen teilen durfte.“

Immer wieder kommen ehrenamtliche Mitarbeiter aus Österreich, um im Waisenhaus zu helfen. Ein Pärchen aus Wien, das mehrere Male in Cusco mitgearbeitet hat, hat dafür die Non-Profit Organisation www.fairien.at („Freiwilligenarbeit in Peru“) gegründet. Auf der Ferienmesse in Wien ist Stefanie auf die Aktion gestoßen.

Ein tolle Erfahrung hat auch Marie Wareka gemacht. Zusammen mit ihrer Mutter, die selbst aus Peru stammt und bei der Caritas in St. Gabriel seit 20 Jahren als Flüchtlingshelferin tätig ist, war sie vor zwei Jahren in Costa Rica und arbeitete bei drei verschiedenen Organisationen mit, unter anderem in einem Waisenhaus. Die Problemfelder: Drogenkriminalität, Prostitution, Gewalt.

In einem Armenviertel wurden Kinder betreut, die von der Stadt aus zerrütteten Familien genommen wurden. Ihnen eine Perspektive zu geben, war das Ziel. In das Gebiet zu kommen, war nicht so einfach. Die Helferinnen durften keine Rucksäcke mit dabei haben und keinen Schmuck. Die Kleidung durfte nicht aufreizend sein.

Um in den Organisationen mitarbeiten zu können, war eine Vermittlungsgebühr fällig. Marie war gerade 18 Jahre, ihre Mutter war für sie eine emotionale Unterstützung. Neben der großen Armut lernten sie Costa Rica als wunderschönes Land kennen, mit einer tollen Küste.

Gewohnt haben sie bei einer Gastfamilie aus der Mittelschicht, mit der sie nach wie vor in Kontakt sind. Eine neue Erfahrung war auch, in einem Erdbebengebiet zu leben. „Jeden Tag gab es mindestens zwei Erdbeben. Für mich war das das erste Mal, für die Bewohner dort ist das der Alltag.“

Die fünf Wochen in Costa Rica waren für Marie eine lehrreiche Erfahrung. „Es hat mir bewusst gemacht, wie gut es uns geht und dass man für kleine Dinge dankbar sein sollte. Wir haben hier ganz andere Probleme – dort ist oft nicht einmal die Lebensgrundlage gegeben.“

Marie zieht es weiter in die Ferne. Im Rahmen ihrer internationalen Betriebswirtschaftslehre war sie im Sommer vier Wochen auf der Peking University, der renommierteste Uni in China. Als Nächstes würde sie gerne nach Afrika gehen.

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