Erstellt am 14. September 2015, 08:06

von Tina Jedlicka

Geld verspekuliert: Vater wurde zum Räuber. 35-jähriger Vater verspekulierte Geld für Hausbau. Als die Bank den Kredit fällig stellte, beging er einen Bankraub. Bei Versuch in Leobersdorf klickten Handschellen.

Der Angeklagte vor dem Prozess mit seinem Rechtsanwalt Rudolf Mayer.  |  NOEN, NÖN
Ein guter Job, zwei Kinder, eigenes Haus. Anfangs lief alles nach Plan für den 35-Jährigen. Doch dann begannen seine Spekulationsgeschäfte Verluste einzufahren.

Zuerst zu früh dran, dann von Polizei empfangen

Als er nicht mehr weiter wusste, kaufte sich der Mann im März dieses Jahres eine Spielzeugpistole, eine neue Jacke mit Kapuze und raubte in Wien eine Bank aus. Kurze Zeit später versuchte er das gleiche in Leobersdorf.

Doch ohne Erfolg. Am ersten Tag war die Bank versperrt, weil der Mann zu früh dran war. Am zweiten Tag wartete die Polizei am Tatort bereits auf ihn.



Der Mann aus dem Bezirk Wiener Neustadt musste sich am Montag einem Prozess am Landesgericht stellen. In Handschellen wurde er in den Schwurgerichtssaal geführt. „Ich habe Geld verspekuliert. Anfangs liefen die Geschäfte an der Börse sehr gut“, erzählte der Mann.

Bis 2014 sei er mit den Spekulationen erfolgreich gewesen. Doch mittlerweile habe er 350.000 Euro Schulden. Im März 2015 stellte die Bank den Kredit fällig. Seiner Lebensgefährtin habe er dies verschwiegen. „Ich hatte Angst, dass sie mich verlässt, wenn sie es heraus findet und ich meine Kinder nie mehr sehe“, gab sich der 35-Jährige zerknirscht.

Mann vor Gericht: „War froh, dass alles vorbei war“

Der Druck wurde größer, kein Ausweg in Sicht. Er sei wie immer nach Wien gefahren. Nur eben nicht an seinen Arbeitsplatz, sondern in den ersten Bezirk, wo er nach einer passenden Filiale gesucht habe.

Eine Stunde lang stand er davor und haderte mit sich. „Ich bin hinein, habe die Tasche hingestellt, und die Waffe hergezeigt, und Geld gefordert“, erzählte er.

Das Geld (14.000 Euro) reichte gerade, um die Bank zwei Wochen zu vertrösten. Nach Ostern wollte die Bank den Rest. Den hatte er nicht. Ein weiterer Raub sollte in Leobersdorf folgen, doch er flog auf.

„Ich war froh, dass alles vorbei war und habe den Raub in Wien gestanden, obwohl ich auf den gar nicht angesprochen wurde“, so der 35-Jährige. Er bat um Milde, sein Leben sei ohnehin vorbei.

Das Urteil: Vier Jahre Haft. „Der Angeklagte hat mehr gestanden, als ihm zur Last gelegt wurde und zeigte sich reumütig“, erklärte Richterin Scherrer.