Erstellt am 03. November 2015, 05:07

von Elfi Holzinger

Wildschutz: „Unfälle reduzieren“. Um die Wildunfälle drastisch zu senken, wurden neue Warnreflektoren entlang der LB11 und L131 angebracht.

Wolfgang Enzinger, Florian Eisner, Johann Graf, Franz Grill, Rudolf Mayer, Heinz Zimper, Armin Gausterer, Josef Balber, Karl Fischer, Johann Gobeditsch und Heinrich Hofmann.  |  NOEN, Foto: Holzinger.Presse

Die Gebietsjägerschaft führte in Zusammenarbeit mit der Universität für Bodenkultur Wien, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft, vertreten durch Projektleiter Wolfgang Steiner sowie der Straßenmeisterei Pottenstein das Projekt „Wildtierbestände und Verkehr in Niederösterreich“ durch.
Das Ziel ist eine Erhöhung der Verkehrssicherheit und die nachhaltige Senkung der Wildunfälle. Zu diesem Zweck wurden optische und akustische Wildwarnreflektoren entlang der LB11 und der L131 angebracht.

Laut Jagdstatistik sterben jährlich etwa 100.000 Wildtiere auf Österreichs Straßen. Auf Niederösterreich entfallen dabei etwa 50 Prozent der erfassten Verluste. Die Dunkelziffer ist jedoch aufgrund bisher unzureichender Aufzeichnungen wesentlich höher. Laut Information mehrerer österreichischer Versicherungsträger ist ein durchschnittlicher PKW-Schaden bei einem Wildunfall mit mindestens 1.600 Euro zu bemessen.

Zerstückelung von Lebensräumen

So ergibt österreichweit eine Schadenssumme von etwa 60 Millionen Euro – und das nur für Unfälle mit Rehwild. Der jährliche volkswirtschaftliche Schaden auf über 160 Millionen Euro geschätzt. Hauptgründe für steigende Wildunfallzahlen sind die Zerstückelung von Lebensräumen durch den Neu- und Ausbau von Verkehrswegen, die Zunahme des Straßenverkehrs und hohe Fahrgeschwindigkeiten.

Um die Zahl der Wildunfälle deutlich zu reduzieren, wurde an der Universität für Bodenkultur, Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft im Jahr 2008 ein ehrgeiziges Pilotprojekt ins Leben gerufen. Neben dem Ziel, die Wildverluste in Niederösterreich maßgeblich zu verringern gilt es, Erfahrungswerte der Unfallprävention in der Praxis zu sammeln und durch wissenschaftliche Analysen weiter auszuwerten.