Heiligenkreuz

Erstellt am 03. August 2016, 09:01

von APA Red

Olympia-Pfarrer Chavanne als Ansprechpartner "für alle". Pater Johannes Paul Chavanne ist in Rio de Janeiro zum zweiten Mal nach den Winterspielen 2014 der Olympia-Seelsorger des österreichischen Teams.

Stift Heiligenkreuz  |  zvg

"Ich sage immer, ich bin der Olympia-Pfarrer. Ich mache das, was ein Pfarrer in einem Ort macht: Ich bin da und ansprechbar für alle, feiere am Sonntag die Messe und lade dazu ein", beschreibt der katholische Geistliche seine Aufgaben.

"Kommuniziere mit den Methoden unserer Zeit"

Der 33-Jährige aus dem Stift Heiligenkreuz im Bezirk Baden (NÖ) sieht sich aber nicht nur als Ansprechpartner in religiösen Angelegenheiten. "Es gibt Gespräche aller Art. Es geht um alles Mögliche, es kann auch um Gott gehen. Von der Qualität sind die Gespräche nicht anders als solche, die ich in einer Pfarre führe. Es können aber natürlich auch religiöse Fragen sein. Sportler sind wie alle anderen: Manche sind mehr, manche weniger religiös", erläutert der in Heiligenkreuz für Jugend- und Öffentlichkeitsarbeit zuständige Wiener im Gespräch mit der APA - Austria Presse Agentur.

Entsprechend seiner dortigen Aufgabe und seines Alters ist er - auch privat - in sozialen Medien sehr aktiv. "Wir leben im Jahr 2016, deswegen kommuniziere ich mit den Methoden unserer Zeit, wie das andere auch tun, halt mit meinen Inhalten", erläuterte der 2014 zum Nachfolger des 30 Jahre als Olympia-Seelsorger tätig gewesenen Paters Bernhard Maier berufene Chavanne.

Über Facebook, die Seite des Stiftes Heiligenkreuz hat fast 15.000 "Fans", werde transportiert, wofür er und seine Kirche stehen. "Glaube, Gott und Spiritualität. Ich denke, das sind wichtige Themen, heute vielleicht mehr denn je. Dafür, dass diese Themen gut vermittelt werden, sind mir auch die neuen Medien recht." Schließlich sei auch der Papst rege auf Social Media tätig. "Das ist ihm ein Anliegen, Glaube ist auch Kommunikation."

Pater als Ex-Ruderer, der sich nun mit Tennis fit hält

In Rio wird er im Olympischen Dorf voraussichtlich im sogenannten Multi-Faith-Centre, wo allen Religionsgemeinschaften Räume zur Verfügung gestellt werden, seine Messen abhalten. "Ich biete das an, und das wird auch angenommen. Ich frage nicht nach dem Taufschein, es kann jeder kommen." Oft sei aber auch schon "ein einfaches Gebet zwischen Tür und Angel viel wert". Und es gebe gar nicht wenige, die ihn wissen lassen, "dass sie froh und dankbar sind, dass ich dabei bin. Manche wollen auch, dass ich bei Bewerben bin, da gehe ich dann natürlich gerne hin".

Anfangs sei Olympia eine fremde Welt für ihn gewesen, in der er sich aber schnell zurechtgefunden habe. "Es war soviel Sympathie, Wohlwollen und Offenheit spürbar." Mit einigen Wintersportlern habe er auch nach Sotschi Kontakt gehalten.

Die Sommer-Athleten kenne er erst teilweise, sagte der frühere Wiener Nachwuchsmeister im Rudern, der sich mittlerweile mit Tennis fit hält. Das Kennenlernen werde sich nach seiner wegen einer Hochzeitsfeier etwas verspäteten Anreise aber schnell nachholen lassen, versicherte Chavanne. Er werde zwar die ÖOC-Kleidung tragen, durch sein Kollar aber leicht als Priester erkennbar sein.

Nach den Sommerspielen ist Chavanne auch noch bei den Paralympics bis 20. September in Rio tätig. Das sei ihm ein ebenso wichtiges Anliegen, bekräftigte er. In der Zeit zwischen den beiden Events will er verschiedene Kirchen-Projekte in Brasilien besuchen sowie Land und Leute kennenlernen.