Hirtenberg

Erstellt am 19. Juli 2017, 05:26

von Brigitte Steinbock

Streit unter Häftlingen eskalierte. Insasse der Justizanstalt beschuldigt drei Mithäftlinge, dass sie ihm ein Medikament abgenötigt und ihn verletzt hätten.

Die Justizanstalt war Schauplatz einer Tat, die nun vor Gericht verhandelt wurde.  |  NOEN, Holzinger.Presse

Drei Häftlinge aus der Justizanstalt stehen derzeit wegen Raubes und Körperverletzung vor Gericht.

Der Österreicher (25) und die beiden Türken (25 und 28) sollen einen Mithäftling bedroht haben und ihm ein ärztlich verordnetes Antidepressivum abgenötigt haben. Das Opfer behauptet zudem, dass ihm von den drei Männern mit einer Zigarette mehrere Verbrennungen am Arm beigebracht wurden. Außerdem soll er Hämatome und Kratzspuren aufgewiesen haben.

Die drei beschuldigen Männer bekannten sich vor Gericht als „nicht schuldig“. Der Erstangeklagte erklärte der Richterin, dass das Opfer „immer geschnorrt“ habe und er ihn deswegen zurechtgewiesen hätte: „Ich war nur fünf oder sechs Tage mit ihm in der Zelle und da war gar nichts.“ Das Medikament habe er mit seinem Zellengenossen „gegen Tabak getauscht.“ Er habe Stress mit seiner Freundin gehabt und wollte ruhiger werden. „Ich habe dasselbe Mittel bekommen und meine verschriebenen Medikamente reichten nicht aus.“

Das Opfer sagte aus, dass ihm die Brandwunden im Schlaf zugefügt worden sein müssen, denn er habe nichts mitbekommen. Allerdings erklärte ein Wachbeamter, dass er die Verletzungen schon vor der angeblichen Tatzeit gesehen habe. Somit wurden die Angeklagten, nicht rechtskräftig, vom Vorwurf der Körperverletzung freigesprochen. Bezüglich des Raubes wurde vertagt.