Erstellt am 01. Dezember 2015, 05:03

von Stefan Jedlicka

Kaserne: Bosch abgeblitzt. Bauträger Aura, Atlas und NBG wollten am halben Areal derMartinek-Kaserne Wohnungen errichten. Stadt sagt Nein. "Kein Gesamtprojekt vorgelegt."

Das Areal der Martinek Kaserne. Die Stadt verlangt für eine Umwidmung ein Konzept für das gesamte Grundstück.  |  NOEN, NÖN

Wieder ein Interessent weniger für das zum Verkauf stehende Areal der ehemaligen Martinek Kaserne. Leobersdorfs Altbürgermeister Anton Bosch hatte mit seinen beiden Baufirmen Atlas und Aura Pläne für eine Verbauung des Geländes, blitzte mit diesen jedoch bei der Stadtgemeinde Baden ab.

Voraussetzung für jegliche Verwertung des derzeit ausschließlich als Kaserne nutzbaren Grundstückes ist eine Umwidmung durch die Stadt. Der Gemeinderat hat eine Umwidmung jedoch per einstimmigem Beschluss an klar definierte Auflagen geknüpft. Diese habe das von Aura und Atlas gemeinsam mit Bauträger NBG vorgelegte Projekt nicht erfüllt, sagt Baustadtrat Rudolf Gehrer (ÖVP).

Man habe „eine Verbauung auf der halben Liegenschaft mit Wohnbau gewünscht und vorgeschlagen, das restliche Areal gemeinsam mit der Stadt zu entwickeln“, betont Bosch, der eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Stadt und Bauträgern vorschlug. „Dem wurde aber nicht nähergetreten.“ Gehrer stellt klar: „Wir erwarten uns von einem Interessenten, dass er selbst Vorschläge für die Entwicklung des Areals macht.“

Wohnbau auf dem halben Areal würde „eine größere Refinanzierung des Kaufpreises bewirken“, so Bosch: „Von der Stadt wurde jedoch klar gestellt, dass Wohnbau eine untergeordnete Rolle spielt.“ Das bestätigt Gehrer: „Wir wollen ein Gesamtkonzept, das Areal darf nicht filetiert, sondern muss als gemischte Bauform entwickelt werden.“ Man wünsche sich Bildungs-, Tourismus- und Wirtschaftseinrichtungen. „Auf den Flietstücken Wohnungen hochzuziehen und den Rest der Stadt zu überlassen, ist keine Option.“

"Wären guter Partner gewesen"

Bosch: „Die Bauträgergruppe hätte auch die Umsetzung am verbleibenden, halben Areal für Infrastruktur wie Schulen, Kindergärten, sozialen Einrichtungen, Büro und Gewerbe unterstützt und sich auch eine entsprechende finanzielle Beteiligung vorstellen können.“

Da kein Konsens gefunden werden konnte, will man nun keine weiteren Verhandlungen mehr über einen Kauf der Liegenschaft führen. Er fügt jedoch hinzu: „Wir wären für die Stadt Baden ein guter Partner gewesen, da jahrelange Erfahrung im Wohnbau und der Errichtung von infrastrukturellen Einrichtungen zur Kernkompetenz der drei Unternehmen gehören.“

Doch auch Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grüne) unterstützt Gehrer: „Wir reden jederzeit ausführlich über gute Projekte. Das war hier aber nicht der Fall. Es geht um das letzte große Entwicklungsgebiet Badens, wir werden nichts überstürzen, haben absolut keinen Zeitdruck.“

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