Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:18

von Stephanie Pirkfellner

Keine Enteignungen. Umfahrung / Im Allander Gemeinderat ging es hoch her. ÖVP stimmte mit der Opposition. VP-Vizebürgermeisterin verließ empört den Saal. ALLAND / 

 |  NOEN, DIETMAR HOLZINGER

Bei der letzten Gemeinderatssitzung dieses Jahres gab es eine rege Diskussion über die Errichtung der umstrittenen „Spange Ost“.

Gemeinderat Erwin Dollensky (Liste Alland) bemerkte, dass Bürgermeister Ludwig Köck und Vizebürgermeisterin Petra Groschner (beide ÖVP) offenbar die Planung zur Enteignung der Grundeigentümer in der Schublade liegen hätten. „Der Gemeinderat erteilte diesem Ansinnen am Mittwoch jedoch eine klare Abfuhr. Acht VP-Mandatare stimmten gemeinsam mit der Opposition dafür, dass ohne Zustimmung der Grundeigentümer keine Spange Alland Ost gebaut wird“, so Dollensky.

Der Antrag gegen die Enteignungen wurde mehrheitlich von den Gemeinderäten der ÖVP, SPÖ-UBA und Liste Alland mit drei Stimmenthaltungen (Bürgermeister Köck, Vize Groschner und VP-Gemeinderat Christian Bonfert) beschlossen, wobei Vizebürgermeisterin Groschner den Sitzungssaal einige Zeit vor der Abstimmung wutschnaubend verließ, da dieser Nicht-Enteignungsbeschluss „so nicht in der ÖVP-Fraktionssitzung besprochen worden ist.“

"Muss mich in der Sache neutral verhalten"

Dazu Bürgermeister Köck: „Ich habe mich deshalb der Stimme enthalten, weil ich mich in dieser Sache neutral verhalten muss. Ich muss die Interessen aller Bürger vertreten, sowohl die der Gegner, als auch die der Befürworter. Obwohl ich überzeugt davon bin, dass die Umfahrung für Alland gut wäre, möchte ich durch eine Für-, oder Gegenstimme niemanden beeinflussen.“

VP-Gemeindeparteiobmann Martin Rapold stellt klar: „Wir werden natürlich weiter mit den Grundstücksbesitzern verhandeln und der Bevölkerung für Auskünfte zur Verfügung stehen. Unser einziges Interesse ist, unser schönes Alland noch lebenswerter zu machen.“

Die angekündigte Volksbefragung zum Bau der Spange Alland Ost wurde mehrheitlich für 17. Jänner beschlossen und das Ergebnis wird, so Bürgermeister Köck „für die Gemeinde bindend.“

SPÖ-UBA Gemeinderat Klaus Perl hofft nach dem VP-Eklat, dass sich die ÖVP jetzt nicht endgültig wegen dieser Straße zerstreitet. „Es gibt nämlich noch viele andere Projekte, die in den nächsten vier Jahren für unsere Gemeinde umgesetzt werden müssen“, so Perl.