Erstellt am 24. November 2015, 05:23

Aus der Krise wird die Regel. Wolfgang Wallner über die Sorgenfalten in Trumau.

Erst die Zitterpartie in Pottenstein, dann das Drama in Altenmarkt und jetzt die verschobene Generalversammlung in Trumau: Die Funktionärskrise schwelt nicht nur, sie lodert. Dass sich kaum mehr Freiwillige finden, die sich die Knochenarbeit im Hintergrund antun, ist mittlerweile die Regel – längst nicht mehr die Ausnahme.

Ein Häuptling wäre da mit Obmann Radi Jovanovic. Nur die „Indianer“ fehlen in Trumau. Jetzt die Generalversammlung um drei Monate zu verschieben, war der richtige Schritt. Vielleicht findet sich bis Februar ein neues Team. Und vielleicht hilft diese Aktion, um zu verdeutlichen, dass es „fünf vor zwölf“ ist. So wie bei vielen anderen Klubs in der Region, wo sich die Frage stellt: Geht‘s weiter, wenn die amtierende Riege das Handtuch wirft?

Das Loblied auf das Ehrenamt, das zu offiziellen Anlässen gerne gesungen wird, mag bisweilen nerven. Richtig ist‘s trotzdem. Menschen, die anpacken, ohne erst nach der Gegenleistung zu fragen, sind wertvoller denn je. Und rarer denn je. Das wird der Fußball vermehrt zu spüren bekommen.
Nur wer schon als aktiver Kicker den Verein „lebt“ und in den Funktionärsjob hineinwächst, wird später Verantwortung übernehmen. Und schon daran fehlt‘s heutzutage.