Erstellt am 03. Mai 2016, 05:44

von Stefan Jedlicka

Es muss nicht alles stillstehen. Stefan Jedlicka über den Streit um die Bausubstanz in Baden.

Baden, die Kaiserstadt. Baden, die Schlafstadt. Baden, Stadt der Jugend, oder Kurstadt. Was muss sich Baden nicht alles gefallen lassen. So viele „Marken“ wurden der Stadt aufgenötigt. So viele unterschiedliche Sichtweisen und unterschiedliche Erwartungen, die sie erfüllen soll. Jetzt scheint der „Kulturkampf“ zwischen Bewahrern und Veränderern ausgebrochen zu sein. Am bevorstehenden Umbau in den ehemaligen Hotels Sauerhof und Caruso scheiden sich die Geister, wie die erbitterten Wortduelle auf www.noen.at in der Vorwoche zeigten.

Die „Bürgerinitiative für den Erhalt Badens“ hat gar die Entscheidung ausgerufen, ob „das alte Baden erhalten bleiben soll oder nicht“. Ja, soll es. Aber nicht um jeden Preis. Wenn Objekte andernfalls – wie das Caruso oder der Sauerhof – jahrelang brachliegen und langsam verfallen, dient das dem Stadtbild weniger als eine Weiterentwicklung durch Sanierung. Dabei muss nicht alles beim Alten bleiben. Aber klare Vorgaben und strenge Kontrollen von Bauamt und Stadtpolitik sind nötig, um Sünden, wie etwa grässliche Wohnblöcke aus den 70er- und 80er-Jahren zu verhindern.