Erstellt am 20. März 2017, 10:41

von Stefan Jedlicka

Lieber ungeliebt als abgewählt. Stefan Jedlicka über die Kritik der NEOS an der Koalitionsarbeit in Baden.

Das kam überraschend deutlich. Die Kritik der NEOS am Arbeitstempo der Koalition, deren kleinster Partner man ist. Und auch unverhohlene Angriffe auf die Bürgermeister-Partei ÖVP. Mag sein, dass dahinter der Auftakt zum Landtagswahlkampf 2018 steckt. Sowohl Gemeinderat Helmut Hofer-Gruber, als auch Regionalkoordinator Tobias Monte, von dem die Offensive kam, wollen als Kandidaten des Landesteams der NEOS ins Rennen gehen.

Für Hofer-Gruber geht es aber auch um seine Zukunft in Baden. Mit einem Mandat bleibt nicht viel Luft nach unten für die nächste Gemeinderatswahl. Und deshalb muss auch er zeigen, dass er nicht nur Mehrheitsbeschaffer für Grün-Schwarz ist. Bürgerlisten-Stadtrat August Breininger hatte Hofer-Gruber als „Leukoplast-Gemeinderat“ bezeichnet: Weil er die Koalition notdürftig zusammenhalte.

Um sein eigenes Profil zu stärken, muss er sich deutlicher von den Partnern abgrenzen und wird auch nicht darum herum kommen, ihnen mitunter auf die Füße zu treten. Lieber ungeliebt als abgewählt.