Traiskirchen

Erstellt am 17. August 2016, 05:35

von Stefan Jedlicka

Noch immer nicht gerecht. Stefan Jedlicka über Asyl-Politik und Traiskirchen.

Wer die Bilder vom „Wahnsinn des Vorjahres“, wie es Bürgermeister Andreas Babler nennt, noch im Kopf hat, dem kommt die Situation in der Betreuungsstelle Ost beinahe idyllisch vor. In Traiskirchen ist ein Jahr nach dem Ausnahmezustand so etwas wie Normalität eingekehrt. Für rund 1.700 Menschen wäre laut gesetzlichen Vorgaben im „Lager“ Platz. Knapp 700 sind es derzeit. So sind wenigstens eine menschenwürdige Unterbringung und sinnvolle Betreuung möglich.

Kaum vorstellbar, was Personal im Lager, Anrainern und Traiskirchens Stadtpolitik im vergangenen Jahr abverlangt wurde, als hier bis zu 5.000 Menschen Zuflucht suchten. Dass Babler jetzt trotz Entspannung der Situation auf die zwischen Land NÖ und Stadt Traiskirchen vereinbarte Maximalbelegung von 480 pocht, ist also durchaus verständlich.

Noch immer ist die Verteilung österreichweit trotz laufender Bemühungen nicht gleichmäßig gelungen, noch immer fehlen handfeste gesetzliche Regelungen. Nach allem was die Traiskirchner ertragen haben, hätten sie sich das längst verdient.