Erstellt am 28. September 2015, 08:23

von Alexander Wastl

Liebe Eltern, das sind Kinder. Alexander Wastl über „beschützende“ Eltern.

Ein Jugendspieler grätscht einen anderen um, der steht gleich wieder auf. Die Sache scheint erledigt, ist es aber nicht. Weissenbach liegt 0:5 hinten und tritt ab, weil ein Traiskirchner Vater nach dem Foul interveniert haben soll.

Beide Vereine mussten daraufhin Strafe zahlen, Weissenbach wegen „Abtretens“, Traiskirchen weil die Ordnerpflicht verletzt wurde. Warum eine solche bei einem U9-Spiel überhaupt notwendig ist, verrät ein Blick auf verschiedenste Jugendspiele.



Trainer schreien Kinder an, die noch nicht einmal den Radschein haben, Väter lenken den Sohn mit „Extra-Coaching“ vom Spiel ab, hysterische Mütter kreischen, wenn der eigene Bub am Boden liegt. Was vielleicht gut gemeint ist, zählt mitunter zu den peinlicheren Erlebnissen der Jugend.

Natürlich ist es nicht angenehm anzusehen, wenn das eigene Kind gefoult wird, oder die Mannschaft beziehungsweise der eigene Sohn nicht so spielt, wie man sich das vorstellt.

Derartige Aktionen wie beim Spiel zwischen Weissenbach und Traiskirchen bringen aber niemandem etwas. Weder den Vereinen die Strafe zahlen mussten, noch den Kindern, bei denen der Spaß flöten ging. Und der ist bekanntlich das Wichtigste. Sonst kann es gut sein, dass selbst die größten Talente ihre Karriere vorzeitig aus Lustlosigkeit beenden.