Erstellt am 24. Mai 2016, 05:14

von Stefan Jedlicka

Verdrossenheit hausgemacht. Stefan Jedlicka über persönliche Differenzen in der Politik.

Wahlbeteiligungen gerade noch knapp jenseits der 50-Prozent- Marke. Protest-Wahlergebnisse auf allen Ebenen. Woher kommt sie nur, die Politikverdrossenheit? Die Frage wird reflexartig nach jedem neuen „Denkzettel“ der Wähler gestellt. Eine Antwort: Parteipolitik statt Sach-politik. Lagerdenken statt Zusammenarbeit.

Wenn politische Gremien dazu herhalten müssen, persönliche Fehden auszutragen oder alte Rechnungen zu begleichen, dann wenden sich die Bürger ab. Gerade in Baden mussten wir das bedauerlicherweise in den vergangenen Jahren immer wieder erleben.

Während manche Mandatare Berufliches von Privatem strenger trennen, fällt das anderen offensichtlich schwerer. Ob die Ursache in Parteiwechseln, enttäuschten Wahlerwartungen oder geplatzten Koalitionsverhandlungen liegen mag – der Frust darüber hat nur etwas in persönlichen Diskussionen verloren. Oder allenfalls noch in Parteiaussendungen. Im Gemeinderat nicht. Da gibt es genug Sachthemen zu diskutieren, die gemeinsam wesentlich besser gelöst werden können.