Erstellt am 22. März 2016, 05:54

von Stefan Jedlicka

Viel Kür trotz so viel Pflicht. Stefan Jedlicka über Anspruch und Realität im Kaiserhaus.

250.000 Euro für die Ausstellung „Gartenmanie der Habsburger“ im Kaiserhaus? Wenn man es sich leisten kann... Nein, wenn man es sich leisten will. Das Geld ist da. Die Frage der Prioritätensetzung ist natürlich letztlich immer von der Stadtregierung zu verantworten. Für die vorangegangene Schau gab man sogar mehr Geld aus. Ist das in Zeiten knapper Kassen klug angelegt?

Die Rentabilität ist schwer in Ziffern zu fassen. Was bringt eine solche Kulturinitiative der Stadt? Der Ansturm auf die Weilburg-Ausstellung war überschaubar. Als Einnahmequelle für die Stadtkasse war sie aber auch nie gedacht. Sondern als Zeichen des Anspruchs Badens als Kultur- und Kaiserstadt. So viel Kür, obwohl es doch so viel Pflicht zu erledigen gibt?

Für die kommende Schau im Kaiserhaus sieht es etwas anders aus: Dafür erhält die Stadt nicht nur eine Museumsförderung des Landes. Sie ist auch Teil des NÖ Gartensommers, für den Baden noch einmal Geld aus St. Pölten erwarten darf. Ohne solche Querfinanzierungen sind Investitionen in dieser Größenordnung derzeit aber nicht vertretbar.