Kottingbrunn

Erstellt am 18. Oktober 2016, 05:59

von NÖN Redaktion

Hamster am Friedhof. Ausnahmegenehmigung: Jetzt dürfen die Baueingänge der forschen Nager mit Erde zugeschüttet werden. Das soll die Lage entspannen.

Die putzigen Nager schätzen das Nahrungangebot am Friedhofsgelände. Eine langfristige Lösung ist derzeit nicht in Sicht.  |  NOEN, Fotomontage: Dusek

Seit Jahren steigt die Population der Feldhamster in und um den Kottingbrunner Friedhof. Bei einer Gemeinderatssitzung im Vorjahr erklärte Umweltgemeinderat Hermann Pieller, dass die Tiere sich deshalb so wohl fühlen würden, weil es für sie regelmäßigen Nachschub an Nahrung gebe – gemeint sind natürlich die Blumen, die von den Besuchern auf den Gräbern abgelegt werden.

Da der Feldhamster zu den gefährdeten Tierarten gerechnet wird, ist er durch das Naturschutzgesetz geschützt: Ein Zuschütten der Erdlöcher mit Zement oder gar der Einsatz von Giftfallen ist daher nicht möglich, nicht einmal das Einfangen der Tiere ist gestattet.

Mittlerweile sind auch die Gehwege des hinteren Areals von den buddelnden Tieren entdeckt worden: Teilweise entstehen Löcher im Erdreich, die gerade für gebrechlichere Menschen zur Falle werden könnten. Aus diesem Grund hat Bürgermeister Christian Macho bei der Landesregierung um eine Ausnahmegenehmigung zur Schließung der Hamsterbaueingänge auf den Gehwegen am Friedhofsareal – vorerst bis Ende 2017 – angesucht.

Feldhamster jezt in Winterruhe

Dabei handelt es sich um eine Vergrämungs- beziehungweise Lenkungsmaßnahme, den Nagern wird dadurch kein Schaden zuteil. Die Friedhofsbesucher können aber auch selbst dazu beitragen, das Gebiet für die Tiere ein wenig unattraktiver zu machen: Durch den Verzicht auf besondere Blumen-Leckereien sollen die Hamster dem Friedhof fern bleiben. Dazu zählen Nelken, Studentenblumen und Türkische Nelken.

Zwischen September und März hält der Feldhamster ohnedies Winterruhe, was zumindest während der hereinbrechenden kalten Jahreszeit für ein Ausbleiben der Probleme sorgen soll. In der Zwischenzeit informiert ein Ständer vor dem Eingang über die gegenwärtige Lage. Dieser spricht sich für ein harmonisches Miteinander zwischen Friedhofsbesuchern und Feldhamstern aus.