Erstellt am 25. März 2016, 05:24

Himmer muss gehen. Nach Streitigkeiten um sein privates Gratis-Taxi muss Helmuth Himmer (FPÖ) den Sessel räumen.

Öffnen der neuen Geschäftsführenden Gemeinderätin Marion Kalcher-Rock (FPÖ) die Türen: Bürgermeister Christian Macho (ÖVP) und Vize Klaus Windbüchler (FPÖ).  |  NOEN, Foto: Dusek
Der Ausschuss für Soziales, Generationen und Gesundheit wird nicht mehr länger von Helmuth Himmer (FPÖ) geführt, ihm folgt Marion Kalcher-Rock (FPÖ). Der Ausschuss ging im Zuge der Koalitionsverhandlungen nach den Gemeinderatswahlen im Vorjahr von der ÖVP an die Freiheitlichen, die heutige Bürgermeisterpartei verzichtete auf den Vorsitz. Das hat allerdings auch zur Folge, dass die ÖVP darüber bestimmen kann, wer diesen Platz besetzen darf: „Bisher haben bereits 11 Mandatare für einen Wechsel unterschrieben“, erklärt Peter Szirtes, Obmann der Volkspartei.

Der streitbare FP-Veteran hat in den vergangenen Wochen mit einer privaten Initiative, in der er selbst kostenfrei immobile Kottingbrunner zu Ärzten, Apotheken oder auch Krankenhäusern fährt, für Kritik – auch aus den eigenen Reihen – gesorgt. So wurde der eigens angekaufte Wagen mit einem Wappen der Marktgemeinde foliert, was den Eindruck einer offiziellen Aktion erwecken würde.

Taxi-Thematik  nicht der einzige Stolperstein

Das aber sei nicht nur rechtlich fragwürdig, sondern läuft auch dem tatsächlich schon seit längerem geplanten Mobilitätsprojekt der Gemeinde zuwider, erklärt Ortschef Christian Macho. „Wir haben ihm von Anfang an gesagt, dass es eine tolle Sache ist, wenn er das aus seiner privaten Initiative heraus macht – aber das als offizielle Aktion der Gemeinde zu vermarkten, obwohl er selbst mit im Gemeindevorstand sitzt, mit dem wir tatsächlich bald einen E-Bus für Kottingbrunner bewerkstelligen: Das kann nicht funktionieren.“

Schließlich handle es sich um zwei gänzlich unterschiedliche Projekte: Der kommende Bus, für den bereits ein Budget über 40.000 Euro inklusive Subventionen beschlossen wird, soll vor allem im Ort und zum CCK-Gelände verkehren, wohingegen Himmer auch bis Wiener Neustadt und darüber hinaus fährt.

Seine Nachfolgerin, Marion Kalcher-Rock, habe ebenfalls sehr viele Gespräche mit ihm geführt: „Es handelt sich bei dem offiziellen Bus der Gemeinde ja nicht um Konkurrenz zu seiner privaten Initiative, das hat er leider nicht verstanden“. Die Taxi-Thematik soll nicht der einzige Stolperstein gewesen sein, der zum Zerwürfnis geführt hat: „Sein Spruch war immer, dass man es eben früher so gemacht habe. Ich will aber jetzt arbeiten – und nicht aufgehalten werden“, so Kalcher-Rock. Himmer selbst bestätigt, noch bis 2020 als Gemeinderat arbeiten zu wollen.