Erstellt am 21. September 2015, 01:48

von Stefan Jedlicka

Löwenbrücke: Schon 1,2 Millionen Euro. Nachdem Brücke unter Denkmalschutz gestellt wurde, droht Baustelle bis ins nächste Jahr. Öffnung des Franz-Josef-Rings?

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Eine Hiobsbotschaft jagt die andere rund um die bereits seit Monaten laufende Sanierung der Kaiser-Franz-Josefs- Brücke beim Josefsplatz. Immer neue Schäden sind im Laufe der Arbeiten ans Tageslicht getreten (die NÖN berichtete). In der vergangenen Woche wurde das wegen der Steinfiguren an beiden Enden auch „Löwenbrücke“ genannte Bauwerk nun auch noch vom Bundesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt, was Kosten und Dauer der Arbeiten noch einmal erhöhen dürfte.

1,2 Millionen Euro Gesamtkosten für das Projekt

Mittlerweile rechnet Bürgermeister Kurt Staska (VP) anstelle von ursprünglich rund 250.000 Euro mit 1,2 Millionen Euro Gesamtkosten für das Projekt. Und die Arbeiten werden sich voraussichtlich bis weit ins nächste Jahr hinein ziehen. Denn vorerst wurde ein Baustopp erlassen, um alle Alternativen prüfen zu können. Auch ein Neubau der Brücke stand im Raum. „Das wäre zwar nicht billiger gewesen als eine Sanierung, hätte aber natürlich eine wesentlich längere Haltbarkeit bedeutet“, so Staska. Ein Abriss und Neubau ist aufgrund des nunmehrigen Denkmalschutzes aber nicht mehr möglich. Daher plant nun ein Ziviltechniker die weitere Vorgangsweise.

250.000 Euro wurden bereits ausgegeben, weitere 850.000 sollen nach Schätzungen der Experten nötig sein. „Wir hätten die Aufbauten erhalten und nur die Tragwerke erneuern können“, ist Bürgermeister Staska enttäuscht, dass der Neubau ausgeschlossen wurde. Die derzeit eingerichtete Fußgängerbrücke soll während der gesamten Arbeiten benützbar bleiben. Vorerst bleibt die Brücke auch einspurig befahrbar.

Umsatzeinbuße für Badener Wirtschaft?

Verkehrsstadtrat Jowi Trenner (Bürgerliste „wir badener“) fordert angesichts der Verlängerung der Baustelle die Öffnung des Kaiser-Franz-Josef-Ringes stadteinwärts. Die Einbahn solle während der Sanierungszeit aufgehoben werden. „Anders ist die Verkehrssituation auf Dauer nicht zu bewältigen, schon gar nicht in der Adventzeit“, ist Trenner überzeugt. Die Baustelle könne für die Badener Wirtschaft „eine Umsatzeinbuße und damit einen Schaden in Millionenhöhe bedeuten.“

Doch Staska winkt ab: „Die Öffnung des Rings wurde schon mehrfach von Experten geprüft und abgelehnt.“ Mehrere Verkehrsprobleme brächte eine beidseitige Befahrbarkeit des Rings mit sich. „Beim Kreisverkehr am Josefsplatz würde sich ein Rückstau, ähnlich wie in der Braitnerstraße, bilden, der auch die Geleise der Badner Bahn blockieren könnte.“ Auch an der Kreuzung mit der Dammgasse würden Probleme geschaffen, betont Staska.