Erstellt am 09. September 2015, 06:17

von Barbara Zedlacher

Mantrailing: Spürnasen unterwegs. Auf der Suche nach vermissten Personen – die Hunde des heurigen Mantrailing-Camps meisterten alle Situationen hervorragend.

Zufrieden mit den Ergebnissen des Intensivcamps: Renate Ondrovic, Karl Aichinger, Susanne Belada (AMTÖ) und Manfred Burdich (f.l.). Foto: Zedlacher  |  NOEN, Barbara Zedlacher

Vermissten auf der Spur – so lautete ein ganzes Wochenende lang das Motto des heurigen Camps für Mantrailer aus Deutschland und Österreich, organisiert von der Arbeitsgemeinschaft Mantrailing und Therapiehunde Österreich (AMTÖ).

Insgesamt haben sechs österreichische und zehn deutsche Teams mit ihren vierbeinigen Spürnasen daran teilgenommen. Trainingsorte waren Bad Vöslau, Zwentendorf und Schwechat.

In drei Tagen sechs Szenarien durchgespielt

Mantrailing ist die Ausbildung von Hunden zur Suche von vermissten Menschen. Im Prinzip kann jede Hunderasse, jeder Hund Mantrailing erlernen. In den letzten Jahren wurde neben der Suche nach vermissten Personen auch die Suche nach vermissten Hunden immer gefragter, daher werden mittlerweile auch Dogtrainer ausgebildet. Um Erfahrungen auszutauschen und sich in Übungssituationen gegenseitig zu beobachten, werden jährlich Camps in Österreich und Deutschland abgehalten

In drei Tagen wurden heuer sechs Szenarien mit den Hunden durchgespielt – beispielsweise die Suche nach einer vermissten Person am Gelände des ehemaligen Kernkraftwerks Zwentendorf. In teilweise unwegsamem Gelände gestaltet sich die Suche für die Hunde oft nicht einfach.

„Alle Vermissten wurden von Hunden gefunden“

In Bad Vöslau wurde beispielsweise ein vermisster Alkoholisierter gesucht. Besonders irritierend war für die Vierbeiner die Situation, dass ein mutmaßlicher Selbstmörder auf einem Baum festsaß – „sie waren irritiert, weil plötzlich der Individualgeruch der Person weg war, bis die Hunde irgendwann hinaufgeschaut haben“, berichtet Ausbildnerin Renate Ondrovic schmunzelnd.

„Es gab keinen einzigen Ausfall, alle Vermissten wurden von unseren Hunden gefunden“, freut sich Hauptausbildner Manfred Burdich aus Deutschland beim Abschlusstreffen in Alland. „Der Erfahrungsaustausch mit anderen Gruppen ist sehr gut, jeder hat ein bisschen andere Methoden bei der Suche“, so Burdich.