Oberwaltersdorf

Erstellt am 19. April 2017, 03:00

von Sonja Pohl

Verkehrskonzept für Oberwaltersdorf präsentiert. Verkehrsexperte Andreas Käfer zeigte auf, welche Maßnahmen Oberwaltersdorf zur deutlichen Erhöhung der Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern ergreifen kann.

Eine umfassende Verkehrserhebung, die auf punktuellen Zählungen und konkreten Erfahrungswerten basiert, präsentierte der von der Marktgemeinde beauftragte Verkehrsexperte Andreas Käfer von „Traffix Verkehrsplanung GmbH“ den rund 180 interessierten Bürgern in der Bettfedernfabrik. Mit dabei waren auch VP-Ortschefin Natascha Matousek und Bauausschussvorsitzender Gerhard Izso (ÖVP).

In der vorangegangenen Präsentation der Verkehrserhebung, die sich auch auf Streckenabschnitte, die zum Schnellfahren einladen, Unfallhäufungspunkte und mögliche Verkehrsberuhigungsmaßnahmen konzentrierte, wurden die Erfahrungswerte des Elternvereins miteinbezogen, „eine wichtige und wertvolle Hilfe, die es so in anderen Gemeinden nicht gab“, lobte Käfer. Überaus engagiert zeigten sich die Oberwaltersdorfer dann auch bei der Ideenfindung an den vier thematisch gegliederten Workshop-Tischen.

Verkehrsberuhigung bei Sicherheitssteigerung

„Auch im hiesigen Straßennetz zeigt sich, wie in vielen Gemeinden, Verkehrskonzepte aus den 1970er Jahren, die Straßen möglichst breit und Gehsteige möglichst schmal konzipierten“, sagte Verkehrsexperte Käfer. „Heutzutage geht man bei Straßenneubauten den umgekehrten Weg.“ Rückbauten, Fahrbahnteiler und Verkehrsinseln sind daher heute auch österreichweit Thema, um Geschwindigkeiten zu reduzieren und die Verkehrssicherheit zu heben.

„Dementsprechend rückläufig sind die Zahlen der Verkehrstoten. Denn während man in den 1970er Jahren noch jährlich rund 2.000 Verkehrstote akzeptierte, so sind es heute nur noch einige hundert, die zu beklagen sind.“ Doch während die Todesfälle von Fahrzeuglenker drastisch zurückgegangen seien, stiegen jene von Fußgängern und Radfahrern eklatant an. Und genau hier setzt der Experte auch in Oberwaltersdorf den Hebel an, um die für mehr Sicherheit zu sorgen. „Allerdings sind die breit und gut ausgebaute Straßenzüge Landesstraßen, auf welchen die Gemeinde ohne das Land Niederösterreich so gut wie gar nichts machen kann“, stellt Käfer klar.

Fahrbahnteiler und Gehsteig-Verbreiterung 

Ideen zur innerörtlichen Verkehrsberuhigung, vordergründig an der B210, hat er dennoch mit im Gepäck. So könnten Fahrbahnteiler und eine Verbreiterung des Gehsteiges ebenso als Tempolimit dienen, wie der Straßenoberbau an sich. Solche Maßnahmen empfiehlt der Verkehrsexperte aber auch in den Siedlungsgebieten, wie etwa in der Floriani- und Jakobusstraße, die immer noch förmlich zum Schnellfahren „einladen“.

Die Umsetzung der entsprechenden Verkehrslenkungs- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen wird die Marktgemeinde in den kommenden Jahren beschäftigen und in Angriff nehmen. „Zumal auch Siedlungsgebiete hineingenommen wurden, die erst im Entstehen begriffen sind“, unterstreichen Natascha Matousek und Gerhard Izso.