Erstellt am 12. November 2015, 14:16

von Tina Jedlicka

Mordprozess wird fortgesetzt: Zeugen erinnern sich. Heute Donnerstag wurde der Mord-Prozess gegen einen Altenmarkter am Landesgericht Wiener Neustadt fortgesetzt. Er soll seine Mutter im Jänner 2015 in der gemeinsamen Wohnung umgebracht haben.

 |  NOEN, APA
Nachdem die Schwester des Angeklagten am ersten Prozess-Tag ausgesagt hatte, entschlug sich die Großmutter als Zeugin. Eine Freundin des Opfers, der Schulwart der Volksschule, in der das Opfer tätig war sowie eine Freundin aus dem Reitstall wurden als Zeuginnen einvernommen.

"Sie hat ihn immer in Schutz genommen"

Alle erzählten, dass die Frau durch die "Kosten" für die Behandlung der erfundenen Leukämie-Erkrankung des Angeklagten, in den finanziellen Ruin getrieben worden war. Sie sei immer wieder gefragt worden, warum er noch bei ihr wohne. "Sie hat ihn immer in Schutz genommen. Wie es eine Mutter für ihren Sohn wohl immer tut", hieß es von zwei Zeuginnen.

Die Reitfreundin des Opfers wusste nichs von einem Streit des Opfers mit dem Reitstallbesitzer: "Den perfekten Stall gibt es nicht, da gibt es immer etwas, das einem nicht so passt. Wenn habe ich mit ihm über die Qualität des Heus gestritten. Aber dass sie mit ihm gestritten hätte, wüsste ich nicht."

Auch der 15-jährige Sohn einer der Ex-Freundinnen des Angeklagten erinnerte sich an die gemeinsame Zeit. "Es war die schrecklichste Zeit meines Lebens. Sechs Tage lang wurde nur gestritten und am siebten nicht. Weil er nicht da war", so ein Auszug seiner Aussage. Er habe auch beobachtet, wie der Angeklagte seine Mutter am Hals gepackt hatte.

Ein "besonderes Verhältnis zur Wahrheit"

"Am besten finde ich, dass er sich immer aufgeregt hat, wenn meine kleine Schwester gelogen hat und jetzt sitzt er hier", so der Bursche weiter.

Rechtsanwalt Rudolf Mayer schreckte auch nicht davor zurück den Burschen zu fragen, ob er von den beiden Abtreibungen von dessen Mutter wusste. "Ja, aber sie hat das gemacht, weil er einmal da war und dann wieder weg", meinte dieser. Der Angeklagte habe seine Mutter immer als Alkoholikerin beschimpft. 

Auch ein Freund des Angeklagten erzählte über seine Einschätzung des Mannes. Er habe ein "besonderes Verhältnis zur Wahrheit". So habe er ihm seine Leukämie-Erkrankung nicht geglaubt und auch sonst habe er öfters "a Gschichtl druckt". Er sei aber auch hilfsbereit gewesen und habe bei ihm oft etwas repariert. 
 
Die beiden Ex-Freundinnen sollen noch am Nachmittag aussagen.