Erstellt am 13. Juli 2016, 13:26

Landesklinikum Baden minimiert ökologischen Fußabdruck . Der Neubau des Landesklinikums Baden ist fertig gestellt: bereits im September werden die drei neuen Pavillons offiziell eröffnet und in Betrieb genommen.

Dipl. KH-BW Reinhard Fritz, Kaufmännischer Direktor LK Baden-Mödling, Landesrat Mag. Karl Wilfing, EVN Vorstandssprecher Dr. Peter Layr  |  EVN

Mit dem Neubau wird das Landesklinikum künftig auch in Sachen Energie top modern sein: neben der Versorgung mit Naturkälte wird auch eine neue Photovoltaik-Anlage am Dach Teile des benötigten Stroms
selbst produzieren.

Landesrat Mag. Karl Wilfing: „Die Versorgung mit Naturkälte ist einer der vielen Aspekte, die im Neubau des Landesklinikums Ökonomie und Ökologie vereinen. Die Landeskliniken verursachen 2/3 des Gesamtenergiebedarfs aller Landesgebäude. Unser Ziel ist, den Bedarf nachhaltig zu senken.

Die NÖ Landeskliniken sollen nicht nur Vorreiter im Gesundheitsbereich sein, sondern auch Vorbild im verantwortungsvollen Umgang mit Energie sein. Für den Neubau des Landesklinikums Baden-Mödling investieren wir seitens des Landes NÖ rund 346,6 Millionen Euro. Gerade im Hinblick auf Klima- und Umweltschutz rechnet sich daher dieses Projekt und die neue Naturkälteversorgung doppelt. Jede Zukunftsinvestition im Bauprojekt soll auch eine Investition in die Nachhaltigkeit sein.“

Naturkälteversorgung für das Landesklinikum Baden

Künftig wird für das Landesklinikum Baden-Mödling Wärme für die Erzeugung von Kälte verwendet. Sogenannte Absorptionskältemaschinen erzeugen Kälte aus Wärme. Als Energiequelle wird Wärme anstelle von Strom verwendet. Dadurch können Strom und Treibhausgasemissionen eingespart werden. Entscheidend für die Umweltfreundlichkeit ist die Herkunft der Wärme, welche hier aus dem Biomasse-Heizkraftwerk Baden stammt.

„Naturkälte stellt eine umweltschonende, energieeffiziente und kostengünstige Alternative zur konventionellen Kälteerzeugung mittels Strom dar. Bei Fernkältenetzen werden - analog zur Wärmeversorgung - mehrere Objekte oder große Gebäudekomplexe über ein Leitungssystem zentral versorgt“, erläutert EVN Vorstandssprecher Dr. Peter Layr.

„Die Nutzung der Fernwärme aus Biomasse für die Produktion von Naturkälte führt zu einem deutlich geringeren Verbrauch an fossilen Brennstoffen und damit zu wesentlich geringeren Emissionen – pro Jahr können so rund 300 Tonnen CO2 vermieden werden. Für die Klimabündnisgemeinde Baden ein weiterer wichtiger Schritt hinsichtlich Klimaschutz“, erklärt Bürgermeister Kurt Staska.

"Große Herausforderung"

Das Investitionsvolumen für das Kälteprojekt beläuft sich auf rund 2,6 Millionen Euro und die maximale Kälteleistung beträgt 2,4 Megawatt. „Der wachsende Kältebedarf und die begrenzte Verfügbarkeit fossiler Energiereserven verlangen nach innovativen Lösungen. Hier bietet sich das umweltfreundliche System der Naturkälteversorgung an. Wir sind stets bemüht unsere Anlagen möglichst effizient zu nutzen und innovative Projekte voranzutreiben“, so Layr.

„Die Versorgung aller Bereiche des Landesklinikums mit Wärme und Kälte ist eine große Herausforderung. Kälte wird nicht nur für den Komfortfaktor Klimaanlage, sondern auch zur Kühlung von Großgeräten, IT-Anlagen und zur Regulierung der Feuchtigkeit in sensiblen Bereichen wie Intensivstationen und OPs benötigt.

Der Umstieg von der lokalen Kälteproduktion auf die Versorgung durch Naturkälte ist ein betriebswirtschaftlich und ökologisch richtungweisender Schritt – die EVN ist dabei ein verlässlicher Partner“, so Dipl. KH-BW Reinhard Fritz, Kaufmännischer Direktor LK Baden-Mödling. Nach St. Pölten, Mistelbach und Mödling ist das Landesklinikum Baden das vierte Krankenhaus, das nun mit Naturkälte der EVN versorgt wird.

Photovoltaik-Anlage errichtet

Auf dem Dach des Landesklinikums errichtete EVN eine große Photovoltaik-Anlage. Künftig produzieren 578 Paneele mit einer Gesamtleistung von 153 kWp umweltfreundlichen Sonnenstrom. 

„Mit dieser Anlage kommt die Stadt dem Ziel, die öffentlichen Gebäude immer mehr mit erneuerbarer Energie zu versorgen,wieder einen Schritt näher“, so Staska. Die neue Photovoltaik Anlage wird jährlich über 155.000 kWh Sonnenstrom erzeugen, der zu 100% im LK Baden verbraucht wird.

Die strategische Partnerschaft zwischen der NÖ Landeskliniken-Holding und der EVN im Bereich Photovoltaik hat im LK Waidhofen begonnen. „Im Rahmen der NÖ Krankenhaus-Neubauoffensive wird versucht, die Partnerschaft zu vertiefen.

Hier im LK Baden ist nun die zweite Anlage in Betrieb gegangen. Zwei weitere Folgeprojekte sollen bis 2018 errichtet werden. Darüber hinaus prüfen wir auch noch an den anderen Standorten der niederösterreichischen Landeskrankenhäuser das Potential an möglichen Photovoltaik-Anlagen“, so Layr.