Oberwaltersdorf

Erstellt am 19. Mai 2017, 04:25

von Thomas Lenger

„Frechheit“: Anzeige gegen Gogollok. Der Oberwaltersdorfer Ex-Ortschef wehrt sich vehement gegen Anschuldigungen, dass er 75.000 Euro in die eigene Tasche gesteckt hätte. Und er kündigt rechtliche Schritte an.

Ex-Bürgermeister Markus Gogollok.  |  Thomas Lenger

Ein großer Erdwall an der Trumauerstraße sorgt seit mehr als einem Jahr für heftige Diskussionen und Emotionen. Der sieben Meter hohe Erdhügel, der eine in Bau befindliche Siedlung von der Landesstraße trennt, regt vor allem die Anrainer auf. Diese sammelten schon über 500 Unterschriften dagegen. Rechtlich ist der Bau in Ordnung und der Gemeinderat sprach sich einstimmig dagegen aus, Kosten für eine Entfernung oder Abänderung zu investieren.

Dennoch kämpfen einige Anrainer weiterhin gegen den Erdwall. Jetzt sorgt eine Anzeige bei der Korruptionsanwaltschaft gegen den ehemaligen VP-Bürgermeister Markus Gogollok für Aufregung. „Ja es stimmt, ein Anrainer hat bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft Anzeige gegen mich erstattet“, bestätigt der Ex-Ortschef gegenüber der NÖN und zeigt sich empört über „derartig haltlose Anschuldigungen, die jeglicher Grundlage entbehren.“

Der Vorwurf, dass er 75.000 Euro für eine Straße an sich genommen habe, sei völlig aus der Luft gegriffen und frei erfunden.

„Es ist eine absolute Frechheit, was sich hier einer der Anrainer erlaubt“VP-Bürgermeistern Natascha Matousek

Die Monatszeitung „Servus Nachbar“, welche darüber berichtete, beruft sich auf die Aussage zweier Anrainer, die vom Bauunternehmer der neuen „Gartenstadt“ gehört haben wollen, dass dieser 75.000 Euro an Gogollok übergeben habe. Dieser Bauunternehmer war allerdings für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Bei dieser angeblichen Zahlung dürfte es sich aber nicht um „Bestechung“ handeln, sondern um eine am 26. Februar 2013 im Gemeinderat beschlossene Vereinbarung mit dem Bauunternehmer, dass im Zuge der Errichtung der Wohnsiedlung die Gemeinde im Gegenzug die gesamte Herstellung der neuen Gemeindestraße nördlich des neuen Sportplatzes auf Kosten der Betreiberfirma durchführe. Also sei niemals Geld an Gogollok oder die Gemeinde geflossen, heißt es.

„Es ist eine absolute Frechheit, was sich hier einer der Anrainer erlaubt“, zeigt sich auch VP-Bürgermeistern Natascha Matousek über das Vorgehen empört. Sie selbst wurde in einer anderen Angelegenheit ebenfalls bereits – vom selben Anrainer – bei der Gemeindeaufsichtsbehörde angezeigt.

Markus Gogollok wird jedenfalls in den nächsten Tagen der Korruptionsstaatsanwaltschaft eine ausführliche Stellungnahme übermitteln und geht davon aus, dass es zu keinem Ermittlungsverfahren kommen wird. Weiters kündigt Gogollok rechtliche Schritte wegen Verleumdung und Rufschädigung an.