Erstellt am 07. März 2016, 09:26

von NÖN Redaktion

„Österreich wird frei“ zum Museums-Start. Bilderausstellung von Reinhard Götz über die russische Besatzungszeit im Bezirk Baden eröffnet am 11. März.

Über 200 Fotos und Erinnerungen an die Zeit von 1945 bis 1955 wurden von Reinhard Götz und seinen Mitarbeiter gesammelt und werden ab 11. März gezeigt. Foto: privat  |  NOEN, privat/Copyright @ Robert Eichinger
Nach der Winterpause öffnete vorigen Sonntag, dem 6. März, das Stadtmuseum Traiskirchen wieder seine Türen. Zum Saisonauftakt wird wenige Tage später, am 11. März um 18.30 Uhr, die neue Sonderausstellung eröffnet.

Es handelt sich dabei um die Fotoschau „Österreich wird frei“, die über das Leben der Bevölkerung in den Jahren 1945 bis 1955 im Bezirk Baden informiert.

Zweiseitige Stimmung im Land soll gezeigt werden

Der Bezirk wurde in dieser Zeit von russischen Besatzungssoldaten verwaltet. In Baden und Traiskirchen waren Sitze der russischen Kommandantur (Schloss Weilburg in Baden und k.u.k. Artilleriekadettenschule/später Flüchtlingslager in Traiskirchen).

Die Schau soll die zweiseitige Stimmung in dieser Zeit zeigen, einerseits das Grundgefühl „endlich ist der Krieg vorbei“, andererseits das neue Leid, das die sowjetischen Befreier mit sich brachten, mit Plünderungen, Einquartierungen und Gewaltakten. Auch die mangelhafte Ernährungssituation der Bevölkerung ist ein Thema.

Viele Dinge des alltäglichen Lebens waren nicht erhältlich, Schleichhandel und Tauschgeschäfte blühten auf.
Reinhard Götz und seine Mitarbeiter sammelten für die Ausstellung um die 200 Fotoaufnahmen und Erinnerungen an diese Zeit. Sie zeigen auch zahlreiche Gebäude, die schwere Bombenschäden hatten und wie die Wirtschaft nach dem Krieg erst mit Verzögerungen angekurbelt werden konnte.

Viele Frauen warteten, oft vergeblich, auf heimkehrende Soldaten. Sportliche Veranstaltungen und die neu aufkommende Filmindustrie boten Ablenkung vom schweren und entbehrungsreichen Alltag. „Der Wunsch und die Hoffnung auf ein freies Österreich waren unaufhaltbar“, heißt es zusammenfassend im Pressetext zur Schau.
 

Zum Thema

  • Das Stadtmuseum ist sonn- und feiertags von 8.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Gruppenführungen gibt es auch zu anderen Zeiten.

  • Die Sonderausstellung wird am 11.3. um 18.30 im Kammgarnsaal des Museums eröffnet. Rudolf Maurer spricht einleitende Worte. Info: 0664 20 24 197.