Erstellt am 05. Mai 2016, 06:04

von Sandra Sagmeister

„Operette war nie tot und wird es nie sein“. Franz Josef Breznik, Martina Malzer und Sebastian Reinthaller zum Spielplan 2016/17 der Bühne Baden.

Kammersänger Sebastian Reinthaller, Geschäftsführerin Martina Malzer und Musikdirektor Franz-Josef Breznik im Wiener Café Central.  |  NOEN, Foto: Sagmeister

Für den künstlerischen Leiter, Sebastian Reinthaller war es „ein besonderer Moment“ – nämlich seine letzte Pressekonferenz, bevor er sich neuen beruflichen Wegen zuwendet. „Warum gehen Sie nach nur drei Jahren“, wurde er gefragt. „Drei ist eine Glückszahl, es waren drei aufregende Jahre“, mehr war ihm nicht zu entlocken, auch nicht, was sein neuer Weg sein wird. Was ihm jedoch zu entlocken war: der neue Spielplan für die kommende Winter- und Sommersaison 2016 und 2017, die geht ja noch auf seine künstlerische Kappe.

Großes Fest zu Jubiläum 110 Jahre Sommerarena

Und da steht im Sommer ein runder Geburtstag an: Die Sommerarena wird 110 Jahre und am 18. August wird das gefeiert, angefangen mit einem Kostümfest, Modenschau, Feuerwerk im Kurpark und einer Überraschung. Als Sidestep ließ Reinthaller anklingen, dass er sich eine Renovierung für die ehrwürdig alte Dame wünsche, der Zahn der Zeit nage besonders an der Fassade. Reinthaller stieg ja als neuer Direktor vor drei Jahren mitten in die Umbau- und Sanierungsarbeiten des Stadttheaters ein.

Neu ist auch die eigene Ballettproduktion im Juni: Das Dschungelbuch ist in einer Inszenierung von Michael Kropf zu sehen. „Ein Experiment, aber die Premiere ist bereits ausverkauft, wir wollen halt immer auch etwas machen, dass nicht so Mainstream ist und im Winter erfülle ich mir meinen Traum vom Fliegen mit Peter Pan“, freut sich Reinthaller, der ein gut gehendes Haus verlässt.

Das beweisen die Zahlen, die Geschäftsführerin Martina Malzer parat hatte: Zwar gibt es keine 100-prozentige Auslastung, aber ob des bunt gemischten Programms von Operette, Musical und Schauspiel schafft man 85 Prozent mit 155 Vorstellungen, die von knapp 80.000 Besuchern gesehen wurden. Und der künstlerische Leiter Franz Josef Breznik streicht den Erfolg noch stärker hervor: „Früher hatten wir mit rein konservativen Vorstellungen 85 Prozent, und die konnten wir beibehalten.“

„Die Gastspiele werden fortgesetzt“

Breznik freut sich auch auf den Sommer, „da werden wir wieder einsardiniert“ – der Orchestergraben in der Sommerarena ist doch um einiges enger als im Stadttheater. Doch eines bleibt für Breznik auch im Sommer gleich: Die Vielfalt des Spielplans, „so kann ich immer wieder Neues entwickeln.“

Nicht zum „Entwickeln“ kommt Breznik jedoch bei den Gastspielen des Landestheaters, wo das gesprochene Wort im Vordergrund steht. „Die Gastspiele werden fortgesetzt“, bestätigt Reinthaller die Kooperation mit St. Pölten. Ausgebaut wurden auch die Bemühungen um die Jugend. Mit Kissenkonzerten für die Kinder oder dem SOKU-Club für Jugendliche, 54 Mitglieder zählt der Club schon; um 49 Euro können alle 60 Vorstellungen der Saison besucht werden.

Und die Älteren nützen die Vorteile des Vereins „Befreundet mit der Bühne Baden“, 400 Mitglieder scharen sich bereits um Vereinspräsidentin Birgit Sarata. „Begonnen haben wir mit 50 Mitgliedern“, ist Malzer stolz. Und eines ist klar: „Die Operette war nie tot und wird nie tot sein, die Operette ist die Popmusik der damaligen Zeit und deshalb sind wir nicht falsch, uns darauf weiter zu konzentrieren“, ist Breznik überzeugt.