Baden

Erstellt am 10. August 2016, 05:46

von Sonja Pohl

Ein Original wurde 70. Der Präsident des Badener Presseclubs, Schauspieler und langjährige Organisator der Ferienaktion „Cervia“ plaudert mit der NÖN über sein bewegtes Leben.

Peter Surovic bei seiner Audienz bei Papst Paul I. mit Günter Holzapfel (rechts).  |  noen, privat

Seinen 70. Geburtstag feiert heuer ein Badener Original. Als „schönstes Geschenk“ erhielt Peter Surovic dazu von Freunden und Wegbegleitern eine Karikatur, „die alles vereint, was mich ausmacht“, zeigt er stolz das Bild, das den Gastraum des „Badner Ecks“ ziert. Zu sehen: Surovic mit dichtem weißem Haar, ein Glas Wein in der Hand, den Fotoapparat griffbereit an der Brust.

Im Hintergrund lässt eine Weltkugel seine Leidenschaft zum Reisen erahnen. Das Theaterkostüm, das ihn kleidet, spielt auf seine unzähligen Bühnenauftritte an, die ihm das Leben aber auch sein tatsächliches Schauspielertalent boten. War Surovic doch bereits als Jugendlicher und auch in späteren Jahren in Sketches und Bühnenstücken zu sehen.


Mit bis zu 600 Kindern jährlich ans Meer

Dabei startete seine berufliche Laufbahn völlig anders: „Ich wollte Schauspieler oder Priester werden. Meine Eltern erlaubten dies aber nicht, sodass ich dem Vater zuliebe den Beruf des Karosseriespenglers erlernt habe“, erinnert er sich. Ausgeübt hat er diesen Beruf allerdings nie. Gleich nach der Gesellenprüfung 1964 ging es zum Bundesheer und er besuchte heimlich die Schauspielschule. In weiterer Folge bewarb er sich bei der Wiener ÖVP, für die er als Jugend-Betreuer aller 23 Gemeindebezirke zuständig war.

Verantwortlich war Surovic damals auch für Veranstaltungen. Die Ferienaktion „Cervia“ setzte sich dabei als wohl erfolgreichste durch, die bis zum heutigen Tag Kindern aus bedürftigen Familien Ferien am Meer ermöglicht. Bis zu 600 Kinder waren es damals pro Saison, die Surovic jedes Jahr nach Italien begleitete, sodass er Cervia und seine Bewohner heute wie seine Westentasche kennt.

Ein Lächeln zauberte Surovic aber auch Theaterbesuchern in Sketches im Haus der Kunst, Batzenhäusl, Theater am Steg, oder Sauerhof ins Gesicht. Unvergessliche Auftritte feierte er dabei etwa mit seinen Rollen in „Gräfin Soundso“, „Der Bauer als Millionär“ oder in „Das Fräulein mit dem Koffer“, aber auch mit Publikumsliebling Alfred Böhm im Vorabendprogramm des ORF.

In den 1970er Jahren wechselte Surovic schließlich ins journalistische Fach, war vorerst für die „Badener Nachrichten“ „als Mädchen für alles“ und später als Gesellschaftsreporter tätig, bis er sich mit dem „Bezirksjournal“ selbstständig machte. „Dieser Ausflug war – bedingt durch die schlechte Zahlungsmoral der Inserenten – nicht lange von Erfolg gekrönt“, sodass er als leitender Redakteur in den Zeitungskonzern der Media Print wechselte, für die er seit 1988 mit eigenem Büro in der Antonsgasse für die Bezirke Baden, Mödling, Wr. Neustadt und Neunkirchen zuständig war.


Kandidatur für ÖVP zunächst abgelehnt

Als Reporter knüpfte Surovic unzählige Freundschaften – es gab kaum einen Prominenten oder Lokalpolitiker, der ihn nicht kannte und einlud, bei gesellschaftlichen Events dabei zu sein. So war Surovic sowohl für Leo Wallner aktiv als auch für Kurt Dohnal im Grand Hotel Sauerhof. Wilfried Frankmann erkannte Surovics Talent als „Menschenfänger“ und wollte ihn für Badens Stadtparlament gewinnen. Doch Surovic sagte zur Kandidatur für die ÖVP unter Viktor Wallner vorerst Nein. „War meine größte Gabe doch, von allen im Gemeinderat vertretenen Parteien und allen Meinungsmachern anerkannt zu sein“.

Er weiß von den Anfängen der Alternativen mit Fritz Zaun als Vorläufer der Grünen ebenso zu berichten, wie etwa von der Liste LUB. Wahlkämpfen war Surovic dennoch nicht fremd, hatte er doch bereits im Team von Bundeskanzler Klaus für Stimmen geworben.

2010 ließ er sich schließlich doch für die ÖVP Baden aufstellen – obwohl ihn auch Freundschaften etwa mit SP-Nationalrat Otto Pendl aus der „anderen Reichshälfte“ verbinden. Apropos verbinden: Surovics engster Freund ist seit rund 20 Jahren Ex-VP-Stadtrat Gerhard Steurer. Von ihren Freunden werden sie oft nicht ganz grundlos „Trachtenpärchen“ genannt, sind sie doch auch heute noch für jeden Schabernack zu haben.

Zeit für eine Familie fand der Gründer und Präsident des Badener Pressecubs, Ehrenringträger der Stadt und Träger zahlreicher weiterer nationaler und internationaler Auszeichnungen allerdings nie. „Ich habe zwar nie geheiratet, mein Glück aber 1988 mit Elfi Konrad gefunden, mit der ich seither gemeinsam durchs Leben gehe“, freut er sich.

Was ihn auszeichnet? Peter Surovic ist jedem Journalisten oder Fotografen auch durch sein wohlwollendes Miteinander bekannt, was in der Branche Seltenheitswert besitzt. Sein größter Besitz? Wohl Badens größtes Fotoarchiv. „Es müssen Millionen an Aufnahmen sein, die ich im Laufe meines Lebens entwickelt habe…“, lächelt er.