Erstellt am 16. Februar 2016, 05:14

von Sonja Pohl

Kampf um Lilienfelderhof. Pächterfamilie Papst wurde vor die Türe gesetzt. Eigentümer Hildebrand begründet dies mit Pachtrückstand. Langer Stillstand des Betriebes droht.

Der Lilienfelderhof in Pfaffstätten. Um seine künftige Nutzung wird jetzt vor Gericht gestritten.  |  NOEN, NÖN

In einer ungeheuerlichen, hinterlistigen Vorgangsweise, ohne jede rechtliche Grundlage, wurde während unseres Auslandurlaubes unser Lokal aufgebrochen und die Schlösser ausgetauscht, sodass wir derzeit keinen Zugang zu unserem Eigentum haben.“ Mit drastischen Worten wandten sich die Pächter der Vinothek und Gastwirtschaft im Lilienfelderhof per Facebook an ihre Gäste. Rechtsanwälte und Gerichte wurden bemüht – mittels einstweiliger Verfügung hat Familie Papst mittlerweile erwirkt, dass ihr Zugang wiederhergestellt werden muss.

Gestritten wird ums Geld – Walter Hildebrand, dessen „Kartause Gaming Privatstiftung“ den Lilienfelderhof 2007 im Baurecht übernommen hat, sieht seinen Pächter säumig und löste daher den Pachtvertrag mit Familie Papst auf. Doch auch die Pächter sehen sich im Recht, ihre Investitionen flossen auch in die Gebäudesubstanz.

Prestigevorhaben rückte in weite Ferne

Die anfangs präsentierten Pläne waren enorm: Ein internationaler Tourismusbetrieb mit Heurigenrestaurant, Vinothek, Bierbrauerei und Hotel sollte entstehen und den einstigen Gutshofs des Stiftes Lilienfeld aus dem Dornröschenschlaf wecken. „Es war immer meine Intention, das Stift zum touristischen Zentrum zu machen“, glaubte auch Bürgermeister Christoph Kainz (VP) an die zu diesem Zweck in Auftrag gegeben Studie. Doch statt der Projektentwicklung folgte 2010 Hildebrands Privatkonkurs.

Auswirkungen auf den Pfaffstättner Gutshof konnten zwar abgewendet werden, die Umsetzung des Prestigevorhabens rückte aber in weite Ferne. Einzige Nutzung waren Hildebrands Architekturbüro und der als Privatwohnung genutzte Bereich. Bis im April 2013 Johannes („Wein“)Papst und Söhne eröffneten. Papst suchte sich sein Publikum – veranstaltete zahlreiche Feste, bewirtete Hochzeiten im Lilienfelderhof-Lokal. Was mitunter auch zu mehr Lärm führte, wodurch sich Familie Hildebrand gestört fühlte, wie ein Insider berichtet.

Dass der Lilienfelderhof für mehr und nicht weniger Bewegung sorgen hätte sollen, ärgert auch den Ortschef. Wie es mit dem Pachtverhältnis von Familie Papst im Lilienfelderhof weitergeht, werden wohl die Gerichte klären.