Erstellt am 29. September 2015, 05:57

von Barbara Zedlacher

Pflegeheim: Schließung ist fix. Kurzzeitplätze müssen geschlossen werden: Zu großer finanzieller Abgang bei zu geringer Nachfrage von Trumauer Senioren.

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Die Gemeinde Trumau sieht sich gezwungen, die Kurzzeitpflege zu schließen. „Die Schaffung der Kurzzeitpflege war damals eine gute sozialpolitische Entscheidung“, betont SP-Bürgermeister Andreas Kollross, „die Rahmenbedingungen für den Betrieb haben sich in den letzten Jahren jedoch massiv verändert.“

Finanzieller Abgang der Kurzzeitpflege fast vervierfacht

Vor allem die Strategie des Landes, in den Landespflegeheimen mehr Kurzzeitpflegeeinrichtungen unterzubringen, habe dazu geführt, dass immer weniger Menschen jene Plätze in Trumau in Anspruch nehmen, begründet der Bürgermeister die von allen Fraktionen getragene Entscheidung in der letzten Gemeinderatssitzung.

Denn: Die Kosten für die Gemeinde bleiben gleich – bei geringeren Einnahmen. „Der Personalschlüssel bleibt unabhängig von der Anzahl der Patienten gleich“, so Kollross.

So habe sich in den letzten drei Jahren der finanzielle Abgang der Kurzzeitpflege fast vervierfacht. „Waren es vor drei Jahren noch ein wenig über 60.000 Euro, so gibt es für heuer einen prognostizierten finanziellen Abgang von über 220.000 Euro“, erklärt der Ortschef.

Zu diesen Kosten kommen noch 80.000 Euro für Miete und Betriebskosten. Und trotzdem einige Gemeinden Zuzahlungen tätigten, wenn Bürger aus ihren Gemeinden die Kurzzeitpflege in Anspruch genommen haben, bleibt der Gemeinde Trumau immer noch ein jährlicher, finanzieller Abgang von über 150.000 Euro übrig, so die Rechnung des Bürgermeisters.

„Das alles hätte uns aber trotzdem noch nicht zur Schließung bewogen“, betont Kollross, leider werde aber die Einrichtung immer weniger von Trumauer Bürern selbst in Anspruch genommen. Der Großteil der Patienten kommt aus anderen Gemeinden, nur knapp fünf Prozent stammen aus Trumau.