Baden

Erstellt am 27. April 2017, 02:23

von Andreas Fussi

Hotel-Chef wehrt sich gegen „Angstmacher“. Projekt Trostgasse Bürgerinitiativen wollen Reduktion der verbauten Fläche erreichen. Gerstner-Chef verweist auf maximal 25 Prozent.

Gerstner-Chef Oliver W. Braun freut sich, dass nach einigen Hürden der Baustart beim Hotel Schloss Weikersdorf erfolgt ist.  |  Fussi

Die Unabhängige Bürgerinitiative für den Erhalt Badens und die Bürgerinitiative Trostgasse (BI) sammeln wieder Unterschriften. Ziel ist ein Initiativantrag im Gemeinderat, der eine Verringerung der bebauten Fläche auf der Trostgasse 23, einen Schutz der Kraus-Villa sowie des Parks vorsieht. Weiters soll „bei künftigen Änderungen des Flächenwidmungsplans dem Erhalt historischer Bauten und bedeutender Grünflächen Priorität eingeräumt werden“.

Die Bürgerinitiativen hoffen auf viele Unterschriften, als Auftrag an die Gemeinde. Laut ihrer Info wurde das „Projekt an einen anderen Bauträger weiterverkauft“. Dieser hätte „keinerlei Vereinbarungen mit der Gemeinde“ und besitze nun „ein umgewidmetes Grundstück, welches er maximal wird ausnutzen wollen.“ Dazu stellt VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek klar, dass weiterhin der Beschluss vom September gelte, wonach das Areal in der Schutzzone 2 liege und eine Bebauungsdichte von 25 Prozent aufweise. Die Villa sei vor dem Abriss geschützt, versichert Szirucsek. Die Sorge der BI sei „inhaltlich falsch“.

„Nichts hat sich verändert, was die Villa betrifft“Oliver W. Braun

„Nichts hat sich verändert, was die Villa betrifft“, erklärt Oliver W. Braun von der Gerstner-Gruppe, der das Areal gehört. Die Gemeinde habe mit dem Beschluss auf Bauklasse 2 und 25 Prozent Bebauungsdichte auf die Anrainer gehört, „gegen unsere ursprünglichen Interessen.“ Man habe festgestellt, dass dadurch viele Quadratmeter verloren gehen und sich das wirtschaftlich negativ auf das kommende Projekt auswirken werde.

Es seien zwei Partner abgesprungen, die das Risiko nicht tragen wollten und man habe einen Bauträger gesucht, der in die vorhandene Studie einsteigt, um das Projekt dennoch zu realisieren. Die Villa werde instandgesetzt, „weil sonst verfällt sie“. Er halte die Vertreter der Bürgerinitiative für „Angst- und Wichtigmacher“, denn es habe sich in der Sache inhaltlich nichts verändert.

„Der Bürgermeister ist stets eingebunden und alle Schritte werden gut akkordiert mit Bedacht auf die Anrainer abgestimmt“, so Braun. Wenn das Projekt vollumfänglich vorliegt, werde aktiv der Dialog mit den Anrainer gesucht.

Baustart beim Hotel Schloss Weikersdorf

Unterdessen hat der Ausbau vom Hotel Schloss Weikersdorf mit einer dreimonatigen Verzögerung begonnen. Grund dafür waren laut Oliver W. Braun, geschäftsführender Gesellschafter der Gerstner Gruppe, der das Hotel gehört, Differenzen mit der Niederösterreich-Abteilung des Bundesdenkmalamtes. Durch die Verzögerung seien Mehrkosten von 400.000 Euro entstanden.

Bis Mai 2018 soll der Zubau mit 65 Zimmern fertiggestellt sein. Insgesamt investiert die Gerstner-Gruppe neun Millionen Euro in den Ausbau und die Sanierung des Schlosshotels, damit der Standort langfristig weiter bestehen bleibt.