Erstellt am 09. März 2016, 04:19

von Sonja Pohl

Radatz oder Aida statt Stiefelkönig-Filiale. Mehrere Wechsel im Innenstadt-Handel. Breyerstraße, Rathausgasse und Beethovengasse besonders in Bewegung.

Die ehemalige Stiefelkönig-Filiale in der Rathausgasse. Entweder die Konditorei-Kette Aida oder Fleischer Radatz werden hier einziehen.  |  NOEN, zVg

Die Geschäftswelt der Innenstadt ist derzeit wieder gehörig im Wandel. Für einen Branchenmix und die Vermittlung leerstehender Geschäftsflächen macht sich das städtische WirtschaftsService um Leiterin Dolores David-Fromm stark. Erfolge gab es in der jüngsten Vergangenheit einige – doch auch aktuell ist das man mit spannenden Ansiedelungen befasst.

Neue Betriebe erhielt Baden sowohl in der Fußgängerzone als auch in den unmittelbar angrenzenden Stadtgebieten. Erst kürzlich eröffnete der ehemalige Radprofi Christian Pfannberger ein Radsport-Fachgeschäft in der Vöslauer Straße, bereits davor entstand die „Cycle Factory Baden“ am Schwarzott-Gelände in der Wienerstraße. „Radfahren ist in Baden im Trend – die dementsprechende Kaufkraft kann mit diesen beiden Betrieben an die Stadt gebunden werden“, freut sich David-Fromm.

Beharrlichkeit verlange die Vermittlung schwieriger Lagen – etwa in der Breyerstraße, in der nun einerseits neben Naturkosmetik „de Sá“ ein Unterwäschegeschäft und andererseits in der ehemaligen Kinderboutique „Huckleberry“ (Breyerstraße 2) der Internet-Optiker „brille-online C&G“ angesiedelt werden konnte.
Viel Bewegung herrscht aber auch am anderen Ende der Fußgängerzone in Richtung Grüner Markt, am Sparkassenareal sowie in der Unteren Wassergasse. „Auch abseits der A-Lagen in der Kernzone ist eine florierende Geschäftswelt wichtig“, betont Wirtschaftsstadträtin Carmen Jeitler-Cincelli (ÖVP).

Neue Arztpraxis, neue Gastronomie

„Von der Wassergasse auf den Rainer Ring siedelt gerade der Holz.Spiel.Shop, dessen Inhaber sein Angebot vergrößert, in der Passage Richtung Beethovengasse eröffnen Oberarzt Samy Mazhar und Astrid Mazhar ihre Praxis für Neurologie und klinische Psychologie. Große Nachfrage herrscht aber auch hinsichtlich der ehemaligen Stiefelkönig-Filiale, für die es zumindest zwei große Interessenten gibt. Dies bestätigt auch Elisabeth Rohrer von der Wohnbaugenossenschaft ATLAS als Eigentümerin. „Die Nachfrage war derart enorm, dass wir keinerlei Werbung schalten mussten, um potenzielle Nachfolgebetriebe anzusprechen“, so Rohrer.

Verhandlungen laufen derzeit mit der Konditorei Aida und dem Wurstspezialisten Radatz. Letzterer könnte nach der bevorstehenden Schließung der nahegelegenen Fleischhauerei Friedrich aus Altersgründen als Nachfolger einspringen. In Verhandlung ist ATLAS derzeit auch mit einem Gastronomen, der das neben der einstigen Stiefelkönig-Filiale eingemietete Lokal „Al Capone“ übernehmen will, welches Konkurs anmelden musste. „Fix ist auch hier bereits jetzt, es wird wieder ein Gastronomie-Betrieb“, verrät Rohrer.

Gut etabliert haben sich die zuletzt in der Innenstadt angesiedelten Unternehmer – sowohl der Naturkosmetikladen „L´Occitane“ in der Volksbank, als auch Mezzo Mezzo in der Breyerstraße und auch die Genusseria in der Pfarrgasse haben ihren Kundenkreis gefunden. „Innenstadt-Belebung liegt mir sehr am Herzen. Unter diesem Gesichtspunkt wurde das Cinema Paradiso ebenso nach Baden geholt wie Familie Grossauer (Steakhouse el gaucho) oder Gasser (Süßes vom Feinsten im Kaiserhaus)“, freut sich Bürgermeister Kurt Staska über Erfolge.